Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Maler. Die Architekten. Die Toreuten. Die Münzstempelschneider. Die Gemmenschneider. Die Vasenmaler
Person:
Brunn, Heinrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1199232
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1201229
Die Maler vom Ende des peloponn. 
Krieges bis zum Tode 
Alexanders d. 
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führen. "Was halte ich mich lange bei Sophisten und Schriftstellern auf, da 
ja schliesslich Aetion, der Maler, von dem ich mir hier ausführlicher zu 
handeln vorgesetzt habe, eben so, wie jene, sein Bild ausstellte?" Somit ist 
die letzte Schwierigkeit geliehen; und das Bild, welches Alexander verherrlicht, 
rückt in dessen Zeit zurück, in welche es ohne allen Zweifel auch am besten 
passt. 
Gehen wir nun näher auf die Werke des Künstlers ein, so ist uns über 
seine statuarischen Arbeiten 1) nichts näheres bekannt. Von Gemälden führt 
Plinius 2) folgende an: „Dionysos , so wie die Tragoedie und Komoedie." 
Ob die beiden letzteren auf einem oder zwei Bildern dargestellt waren, lässt 
sich nicht ausmachen. Vielleicht standen sie in einer bestimmten Beziehung 
Zum Bilde des Dionysos als des Beschützers der scenischen Spiele. „Semi- 
ramis, die, eine Magd, sich bis zur königlichen Würde emporschwingt, eine 
Alte, welche die Fackeln verträgt und eine (oder die) durch sittsame Schaam 
ausgezeichnete Neuvermählte." Bei der schwankenden Ausdrucksweise des 
Plinius ist es schwierig, diese Sätze mit Sicherheit zu gliedern. Als erste Mög- 
lichkeit müssen wir zugeben, dass nur von einem einzigen Bilde die Rede sei, 
insofern nemlich das Gelangen zur Königswürde durch die Hochzeit des Ninos 
und der Semiramis dargestellt werden konnte. In diesem Falle diente die Er- 
Wähnung der Alten und der Braut nur zur näheren Charakterisirung des Bildes. 
Dagegen haben Andere die beiden letzteren Gestalten auf ein besonderes Ge- 
mälde beziehen wollen, was an sich eben so wohl möglich ist. Endlich könnte 
man sich durch die schamhafte Braut an Rhoxane erinnern lassen, in Welchem 
Falle aber wiederum die Alte von der Braut zu scheiden wäre. Da die Worte 
des Plinius, wie gesagt, keine bestimmte Entscheidung erlauben, so ist es nur 
meine individuelle Meinung, wenn ich der ersten Annahme den Vorzug gebe 
und die Semiramis als ein streng durchgeführtes Seitenstück zur Bhoxane auf- 
fasse, so dass in den beiden Bildern Rhoxane der Semiramis, Alexander dem 
Ninos, Hephaestion mit der Fackel der Alten entsprechen würde.  Das Bild 
der Rhoxane beschreibt Lucianit) ausführlich in folgender Weise: „Das Bild be- 
findet sich in Italien und ich selbst sah es, so dass ich auch dir etwas darüber 
"Zu sagen vermag. Die Scene bildet ein prächtiges Brautgemach mit dem bräut- 
lichen Lager, und Rhoxane sitzt darauf, ein Wunderschönes Muster von Jung- 
frau. Sie blickt zur Erde aus Schaam vor Alexander, der vor ihr steht. Einige 
Eroten sind lächelnd dabei beschäftigt: der eine steht hinten und hebt von dem 
Haupte den Schleier Weg und zeigt dem Bräutigam die Rhoxane; ein anderer 
aber zieht ganz dienstfertig die Sandale vom Fusse, damit sie sich nun nieder- 
lege; wieder einer hat den Alexander beim Mantel ergriffen, ebenfalls ein Eros, 
und schleppt ihn, ganz kräftig anziehend, zur Bhoxane. Der König selbst aber 
reicht dem Mädchen einen Kranz. Als Begleiter und Brautführer ist auch 
Hephaestion mit brennender Fackel gegenwärtig: er stützt sich auf einen in 
Schönster Jugendblüthe stehenden Jüngling, Hymenaeos, meine ich; denn der 
Name ist nicht dabei geschrieben. Auf der andern Seite des Bildes scherzen 
andere Eroten mit den Waffen Alexanders, zwei tragen seinen Speer, indem sie 
Plin. 
Herod. 
Eetion
        

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