Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Maler. Die Architekten. Die Toreuten. Die Münzstempelschneider. Die Gemmenschneider. Die Vasenmaler
Person:
Brunn, Heinrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1199232
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1201162
Die Maler vom Ende des peloponn. 
Alexanders d. 
Krieges bis zum Tode 
159 
herab. Nehmen wir dazu, was sich aus seinem Verhältnisse zu Apelles, aus 
dem Bilde des Antigonos und des Philiskos, eines Dichters der alexandrinischen 
Pleias ergiebt, so dürfen wir mit Sicherheit die Thatigkeit des Protogenes in 
die Zeit Alexanders und seiner ersten Nachfolger setzen. Ware die Sage be- 
gründet, dass er bis in sein fünfzigstes Jahr Schiffe gemalt, so müsste er ein 
hohes Alter erreicht haben. Indessen steht wenigstens so viel fest, dass er erst 
in reiferen Jahren zu hohem Ruhme gelangte. 
Unter seinen Werken müssen vor allem der Jalysos und der ruhende 
Saty r auch deshalb etwas ausführlicher in Betracht gezogen werden, daman, 
durch schwankende Nachrichten der Alten veranlasst, diese beiden Gemälde 
mit Unrecht für ein einziges hat halten wollen. Die schon von Lessingl) her- 
vorgehobene Nothwendigkeit der Scheidung beider ist in neuerer Zeit aus- 
führlich von Stark?) nachgewiesen worden, und es freut mich, dass ich, noch 
ehe ich seine Arbeit kannte, hier wie in mehreren andern Punkten der Künstler- 
geschichte, zu durchaus übereinstimmenden Resultaten mit ihm gelangt war. 
 Plinius, von dem wir ausgehen, scheidet bestimmt den unfertigen Satyr, an 
Welchem der Künstler im Lager des Feindes arbeitet, und den Jalysos, welcher 
schon fertig und in Rhodos aufgestellt für Demetrios Veranlassung wird, den 
Plan seiner Belagerung zu verändern oder gänzlich aufzugeben. Wenn nun 
nach Plutarchä) und Gellius4) die Rhodier eine Gesandtschaft an den König 
schicken, um Schonung für dieses Bild zu erlangen, und dieser sich ihnen will- 
fährig- zeigt, indem er antwortet: lieber wolle er die Bilder seines Vaters ver- 
brennen, als ein mit solcher Mühe durchgeführtes Kunstwerk, so liegt bis dahin 
kein Widerspruch mit Plinius vor. Dagegen finden sich in der Erzählung der 237 
weiteren Umstände bedeutende Abweichungen. Ich will hier ganz ausser Acht 
lassen, dass Gellius den Protogenes damals schon gestorben sein lasst. Aber 
er sagt noch weiter: der Jalysos. sei in einem Gebäude der Vorstadt aufgestellt 
gewesen, und Demetrios habe dasselbe aus reinem Neide anzünden wollen. 
Auch nach Plutarch befindet sich der Jalysos in der Vorstadt und geräth noch 
nicht ganz vollendet in die Gewalt des Königs. Aber warum hätte er, ein Be- 
wunderer der Kunst, ihn dann verbrennen sollen? Warum, sofern nur das Ge- 
bäude in seiner Gewalt war, nahm er nicht das Bild von dort weg und setzte 
dann die Belagerung fort? Denn dass es sich entfernen liess, geht daraus her- 
vor, dass es später nach Rom versetzt ward. Welchen Sinn hat überhaupt 
unter den angegebenen Umständen die Gesandtschaft der Bhodier? Offenbar 
hatte Demetrios keine iVIacht über das Bild und konnte auch die Rhodier nicht 
zwingen, es von der heiligen Stätte, wo es geweiht war, zu entfernen. Die 
Widersprüche bei Plutarch und Gellius aber erklären sich-einfach daraus, dass 
sie die auf den Satyr bezüglichen Erzählungen aus einer bei ähnlichen anekdoten- 
artigen Nachrichten so häufigen Unachtsamkeit auf den Jalysos übertrugen. Das 
gewichtigste Zeugniss indessen in dieser ganzen Frage liefert uns als Augen- 
zeuge Strabo 5), der bei der Beschreibung von Rhodos den Jalysos und den Satyr 
als zwei Gemälde anführt: at m17 Hgwroyävovg yparpai ö re Yuflvaog xai ö 3d- 
1) Laokoon, 
183 A. 4) XV 
Cap 
31. 
arch. Studien 
P. 652. 
96 
Demetr. 
22 
und 
apophth. 
reg.
        

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