Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Maler. Die Architekten. Die Toreuten. Die Münzstempelschneider. Die Gemmenschneider. Die Vasenmaler
Person:
Brunn, Heinrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1199232
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1200989
Die Maler vom Ende des peloponn. 
Krieges bis zum 'I'ode 
Alexanders d. 
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hältniss mit Ptolernaeos und den böswilligen Neid der Kunstgenossen, als hi- 
storische Thatsachen festhalten, welche mit dem Wirklich vorhandenen Gemälde 
in Verbindung gesetzt, den Periegeten eine erwünschte Grundlage für die sagen- 
artige Weiterbildung der Erzählung abgaben. 
NVenden wir uns jetzt zu den historischen und Portraitbildungen des 
Apelles, so erscheint besonders gross seine Thätigkeit für den makedonischen 
Königshof: ,.NVie oft er Alexander und Philipp gemalt hat, ist aufzuzahlen 
überflüssig," sagt Plinius (35, 93): und bekannt ist, dass Alexander von Nie- 
mand, als von Apelles gemalt sein wollte, vgl. die Stellen unter Lysipp, Th. l,  
S. 254, wo hierüber ausführlicher gehandelt worden ist. Unter jenen unzähligen 
Bildnissen haben jedoch einige besondern Ruhm erlangt, vor allen: 
Alexander mit dem Blitz in der Hand, im Tempel der Artemis zu 
Ephesos, für Welchen er zwanzig Talente in Goldmünzen nicht zugezählt, son- 
dern zugemessen erhielt: Plin. 35, 92; Cic. in Verr. lV, 60. Alexander selbst 
schätzte dieses Bild so hoch, dass er sagte, es gehe zwei Alexander, den un- 
besiegten Sohn des Philipp, und den unnachahmlichen des Apelles: Plut. de 
Alex. virt. II, p. 3:55 A. Bewundert ward darambesonders, dass die Finger her- 
vorzutreten und der Blitz sich ausserhalb der Tafel zu befinden schien: Plin. l. l. 
Auffallend war er in der Farbe behandelt; während nemlich Alexander eine weisse 
Haut hatte, welche nur an der Brust und am Kopfmehr geröthet erschien, 
malte er ihn dunkler und in einem schmutzigeren Tone: Plut. Alex. 4. An dem 
Blitze nahm Lysipp Anstoss, indem vielmehr die Lanze, welche er selbst seiner 
Statue in die Hand gegeben hatte, das dem Alexander eigenthümlich und in 
XVahrheit zukommende Attribut sei, da auf ihr sein nie verganglicher Ruhm 
beruhe: Plut. Is. et Os. p. 360 D.  
„Zu Rom bewundert man Gastor und Pollux nebst Victoria und 
Alexander dem Grossen; so wie das Bild des Krieges mit auf den Rücken 
gebundenen Händen, während Alexander auf dem Wagen triumphirt; welche 
beiden Bilder Augustus an den besuchtesten Stellen seines Forums mit beschei- 210 
dener Mässigung aufgestellt hatte; während Glaudius besser zu thun meinte, 
wenn er auf beiden das Gesicht Alexanders herausschnitte und dafür das Bild 
des Augustus hineinsetztei Roniae Gastorem et Pollucem cum Victoria et Ale- 
xandro magno, item Belli imaginem restrictis ad terga manibus, Alexandro in 
curru triumphante; quas utrasque tabulas divos Augustus in fori sui celeberri- 
mis partibus dicaverat simplicitate moderate, divos Claudius pluris existumavit, 
utrisque excisa Alexandri facie divi Augusti imagines addere": Plin. 35, 93. 
Mit diesen Worten muss eine andere auf dieselben Werke bezügliche Angabe:  
35, 27, in Verbindung gesetzt werden, welche nach Silligs Textrecension so 
lautet: „Augustus stellte an dem besuchtesten Orte seines Forums zwei Bilder 
auf, in denen die Personitication des Krieges gemalt ist und der (oder ein) 
'Triumph; ferner stellte er die Castoren und eine Victoria auf, und die Bilder, 
welche wir unter der Erwähnung der Künstler im Tempel seines Vaters Gaesar 
anführen werden: Divos Augustus in foro suo celeberrima in parte posuit ta- 
bulas duas quae Belli faciem habent et Triumphum. Idem Gastores ac Victo- 
riam posuit et quas dicemus sub artiüeum mentione in templo Caesaris patris." 
Da diese Worte in solcher Fassung einen Widerspruch mit der ersten Stelle ent-
        

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