Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Maler. Die Architekten. Die Toreuten. Die Münzstempelschneider. Die Gemmenschneider. Die Vasenmaler
Person:
Brunn, Heinrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1199232
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1200967
Die Maler vom Ende des peloponn. Krieges bis zum Tode Alexanders d. 
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11. 145; Gic. off. III, 2; ad. div. I, 9, 4-, aus welcher letzteren Stelle hervorgeht, 
dass Kopf und Brust vollendet waren. 
Gharis, bekleidet dargestellt, im Odeum zu Smyrna, das einzige Werk 
des Apelles, welches Pausanias (IX, 33, 6) erwähnt. 
Tyche, welche er sitzend bildete, indem er spöttisch bemerkte, dass das 
Glück doch nicht feststehe: Stob. floril. 106, G0; vgl. Libanius Ekphr. 
Artemis unter den Chor opfernder Jungfrauen gemischt, durch welche 
61' die Verse Homers besiegt zu haben schien, in denen diese Scene beschrieben 
wird; ein besonders von den Kennern gefeiertes Werk: Plin. 35, 96. Wenn  
man früher hier an die Schilderung der durch die Wälder streifenden Artemis 
in der Odyssee (VI, 102) denken wollte, so fand dabei allerdings die Bezeich- 
nung der Jungfrauen als opfernd keine Erklärung. Welcker (Nachtr. z. Tril. 
S. 158; ep. Cycl. S. 309) hat daher auf eine Scene der Kyprien hingewiesen, 
Welche ja auch dem Homer beigelegt wurden. Danach wäre Artemis zu ver- 
stehen, wie sie beim Opfer der Iphigenie erscheint, welches nicht von Kalchas, 
sondern von jungfräulichen Priesterinnen vollzogen wurde. Auffällig bleibt frei- 
lich auch hierbei, dass die Erwähnung der Hauptfigur, der Iphigenie, von Pli- 
nius gänzlich sollte übergangen sein. Vgl. unten.  In dieser oder einer ver- 
wandten Gomposition mochte das "Reh seine Stelle gefunden haben, welches 
Aelian (h. a. XVII epil.) als besonders berühmt erwähnt. Aus der Heroen- 
Inythologie scheint Apelles nur wenige Stoffe behandelt zu haben. Wir kennen: 
einen nackten H eros, „mit welchem Gemälde er die Natur selbst zum Wett- 
streit herausforderte" : Plin. 35, 94. In schlechten Handschriften war aus heroa nu- 
durn die Lesart Hero et Leandrum entstanden, welche jedoch kritisch unhaltbar ist. 
Dem Apelles beigelegt (also wohl nach inneren Gründen, nicht nach äusseren 
Zeugnissen) ward auch 
Herakles, im Tempel der Anna (Perenna) zu Rom, „mit abgewendetem 
Gesicht, so dass, was äusserst schwierig ist, dennoch das Bild sein Gesicht mehr 207 
wirklich zu zeigen, als errathen zu lassen schien": Plin. 35, 94. 
Ankaeos, oder wenn wir der Lesart der Bambergei: Handschrift den Vor- 
zug geben: Antaeos, wie es scheint, in Rhodos: Plin. 35, 93. Da dieses Bild 
sich in Verbindung mit einigen Portraits erwähnt findet, so möchte man es eben- 
falls für ein solches zu halten geneigt sein. Ankaeos und Antaeos scheinen 
freilich nur als Namen mythologischer Personen vorzukommen: dagegen findet 
sich die Form Antaeon, und zwar gerade auf rhodischen Münzen: Mionn. 
Suppl. VI, p. 586. 
In der Mitte zwischen den eigentlich mythologischen und den Darstellungen 
aus der Wirklichkeit stehen bei Apelles mehrere andere, welche wir als sym- 
bolische und allegorische bezeichnen können. Dahin gehören: 
Bronte, Astrape, Keraunobolia: Donner, Blitzleuchten und Blitz- 
schleuderung. Wenn Plinius (35, 96) diese Werke mit der Bemerkung anführt: 
Apelles habe gemalt, was sich eigentlich nicht malen lasse, so werden wir da- 
durch über die Art der Darstellung um nichts klüger. Zum Vergleich können 
wir dagegen auf ein Gemälde bei Philostratus I, 14 verweisen, in welcher bei 
der Feuergeburt des Dionysos "der Donner in dräuender Gestalt und der Blitz, 
wie er Strahlen aus den Augen entsendet", dargestellt waren.
        

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