Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Maler. Die Architekten. Die Toreuten. Die Münzstempelschneider. Die Gemmenschneider. Die Vasenmaler
Person:
Brunn, Heinrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1199232
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1200948
Die Maler vom Ende des peloponn. 
Krieges bis zum Tode Alexanders d. 
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Ephesier, wie ihn Strabo 1) und Lucian 2) nennen, ääosr. also Wohl durch Er- 
theilung des Bürgerrechts, weil er dort zuerst seine Künstlerlaufbahn begonnen 
und später lange Zeit den Sitz seiner Thätigkeit aufgeschlagen hatte. Nach 
Kos, wohin ihn Plinius 3) und Ovid4) setzen, weisen uns einige seiner berühm- 
testen Werke, und vielleicht starb er dort; wenigstens war sein letztes, unvoll- 
endet gebliebenes Bild, eine Aphrodite, für Kos bestimmt.  Als seinen Vater 
nennt Suidas Pythios i), als seinen ersten Lehrer einen sonst unbekannten Maler 
Ephoros aus Ephesos, von welchem er sich zu dem weit berühmteren Pam- 
pbilos aus Amphipolis, dem Haupte der sikyonischen Schule, begab. Plinius 6) 
fügt hinzu, dass er diesem den hohen Lohn von einem Talente für seinen Unter- 
richt bezahlt habe, wie Melanthios. Wenn er aber durch den Zusatz „nemlich 
jährlich fünfhundert Denare" auf eine zwölfjährige Lehrzeit hinzudeuten scheint, 
so dürfen wir hiergegen einige Zweifel hegen, sowohl deshalb, weil Apelles 
schon durch Ephoros vorgebildet in diese Schule eintrat, als noch mehr, weil 
Plutarch 7) geradezu ausspricht: er sei nach Sikyon gegangen, noch mehr um 
an dem Buhme der dortigen Künstler Theil zu haben, als an ihrem Unterricht. 
Da er nun, wie Plutarch angiebt, dort mit Melanthios gemeinsam an einem Bilde 
des Tyrannen Aristratos, eines Zeitgenossen Philipps von Makedonien, arbeitete, 
ferner aber nach Plinius i) diesen letztern öfter malte, so dürfen wir vielleicht 
annehmen, dass er sich von Sikyon sofort nach Makedonien begeben habe, wo 
wegen des von dort gebürtigen Pamphilos der Ruhm der sikyonischen Schule 
besonders verbreitet gewesen sein muss. Dort bildete sich das vertraute Ver- 
hältniss zu Alexander aus; später, vielleicht in Folge der Kriegszüge desselben,  
kehrte er dann nach seiner ersten Bildungsstätte Ephesos zurück, wo sich im 
Tempel der Artemis einige Gemälde von ihm befanden, darunter der Festaufzug 
des Megabyzos, welcher doch an Ort und Stelle gemalt sein wird. Auch ausser- 204 
demscheint er seinen Wohnsitz gewechselt oder wenigstens vielerlei Reisen 
unternommen zu haben; so finden wir ihn zum Besuch auf Rhodos bei Proto- 
genes  dann durch einen Sturm nach Aegypten verschlagen 10). In Athen muss  
er gewesen sein, wenn ihn die beim Fest von Eleusis aus dem Meer aufstei- 
gende Phryne zum Bilde der Anadyomene begeisterte 11), in Korinth, wenn er 
dort die eben aufkeimende Schönheit der Lais, als er ihr beim Wasserholen 
von der Peirene begegnete, entdecken konnte 12). Seine Thätigkeit für Kos ward 
schon erwähnt; Werke von ihm fanden sich auch in Smyrna 13), Samos, Rhodosm) 
und Alexandria. Zweifelhafter ist es, ob er auch für Pergamos arbeitete: Solin 15) 
erzählt nemlich, die Pergamener hätten um theueres Geld den Körper eines Ba- 
silisken gekauft und in einem goldenen Netze aufgehängt, um dadurch „aedem 
Apollinis manu insignem" vor Verunreinigung durch Spinnen und Vögel zu 
schützen. Hier hat Salmasius das sinnlose Apollinis in Apellis verändern wollen, 
wogegen jedoch Datilß) Apollodori verschlägt, was den Vorzug zu verdienen 
1) XIV. p. 642. 2) de calumn. non tem. cred. c. 2. 3)  79. 11) A. A. III, 401. 
Pont. IV, 1. 29. 5) Hüllen; als Mannsnanwe findet sich z. B. Inei Herodot VII, 27 während 
die Form Tfvlifu; als Nominativ zu dem Genitiv ITv-(hbu bei Suidas nicht nachweisbar ist. 
6) 35, 7G. 7) A1'at.13. 3)   9) Plin. 35, 81. 10) PIin. 35, S9; Lucian 1. I. 11) Athen. 
XIII, 590 F. 12) Athen. XIII, 588 D. 13) Paus. IX, 35, 6. 14) Plin. 3-5, 93. 15) e. 27. 
16) vite de pittori. ApeIIes n. 24.
        

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