Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Maler. Die Architekten. Die Toreuten. Die Münzstempelschneider. Die Gemmenschneider. Die Vasenmaler
Person:
Brunn, Heinrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1199232
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1200633
106 
Die Maler. 
wir jedoch keineswegs zu weit und zu allgemein fassen. Ja wenn man daneben 
dem Nikophanes auch noch erhabene Würde und einen hohen Ernst der Auf- 
fassung beilegen wollte, indem man bei Plinius von den Worten „cothurnus 
ei et gravitas artis" die Fortsetzung des Satzes „multurn a Zeuxide et Apelle 
abest" durch die Interpunktion ablöste und mit dem folgenden „Apellis disci- 
pulus Perseus" verband, so liess man dadurch Plinius geradezu Widersprechen- 
des aussagen. Denn diese Eigenschaften schliessen die unmittelbar vorher ge- 
priesenen förmlich aus, da z. B. Cioero 1) von sententiae non tam graves et se- 
verae, quam venustae et concinnae sprechen darf. Das Bekenntniss aber, dass 
sie ihm fehlen, kann in dem Zusammenhange des ganzen Urtheils weniger für 
einen Tadel gelten, als für eine schärfere Begrenzung jenes Lobes der Eleganz 
und Anmuth; und in der That gewinnen wir auf diesem Wege ein lebendigeres 
Bild von der Persönlichkeit des Künstlers, einer Persönlichkeit, für welche es 
157 keineswegs an Analogien in der Kunstgeschichte fehlt. Auf eine, nemlich die 
des Bildhauers Kallirnachos, glaube ich mit besonderem Nachdrucke verweisen 
zu dürfen. Denn ihm, der wegen seiner übertriebenen Sorgfalt sogar berüch- 
tigt wurde, war ebenso, wie dem Nikophanes, jene zierliche Anmuth (Äsmrörryg 
xat Xoiptg) eigen, Welche den einen, wie den andern zu einer freieren und gross- 
artigen Entfaltung ihrer Kunst nicht gelangen liess, so verdienstvoll ihre Werke 
in der Durchführung sonst sein mochten. 
Schon bei Gelegenheit des Pausias wurde erwähnt, dass Polemo?) den 
Nikophanes unter den rrogvoypdqiot anführt. Wenn wir nun diese Bezeichnung 
von einer tadelnden Nebenbeziehung nicht freisprechen können, so werden wir 
auch keinen Anstand nehmen, mit Wyttenbach bei Plutarch 3) den Namen des 
Chaerephanes, als eines Malers, welcher dxoÄdorovg öiuliag yvvatxoäv rrgdg 
dwöoag gemalt, in den des Nikophanes zu verändern. Denn da in demselben 
Satze von Timomachos, Theon, Parrhasios, also Künstlern ersten Ranges, die Rede 
ist. so können wir in dieser ausgesuchten Reihe als vierten einen Unbekannten 
um so weniger dulden, als sich Nikophanes, ein Künstler von anerkanntem 
Rufe, ohne Schwierigkeit an seine Stelle setzen lasst, sowohl der äusseren 
Namensverwandtschaft Wegen, als besonders auch deshalb, weil die bei Plutarch 
erwähnte und nicht eben vielen gemeinsame Richtung der Kunstthätigkeit ge- 
rade dem Nikophanes noch durch ein anderes Zeugniss belegt wird. 
An diese Maler, welche den eigentlichen Kern der sikyonischen Schule 
bilden, schliessen wir wegen der Gemeinsamkeit des Vaterlandes noch die 
folgenden an: 
Eutychides 
von Plinius unter den Künstlern zweiter Ordnung angeführt malte ein von Vic- 
toria gelenktes Zweigespann: 35, 141. Wahrscheinlich ist er identisch mit dem 
bekannten Bildhauer, einem Schüler des Lysipp. 
Arkesilas,  
Sohn des Tisikrates, welcher letztere ebenfalls der Schule des Lysipp angehörte, 
Brut. 
Bei 
X111, 
Athenaeus 
567 
De 
aud. 
Poet. 
18 A.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.