Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Bildhauer
Person:
Brunn, Heinrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1194573
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1195406
ÄSSGTE 
Alläbl" 
itung und Streben nacl 
Freier Entwickelung, 
es nach O]. 70, 3 oder vielmehr 71, 81) geschehen sei. Denn richtig; bemerkt 
Uüller i) in einem laesonderen Aufsatze über den Apollo des Kanachos, dass in 
diesem Jahre nach dem Zeugnisse Herodots 3) Tempel und Orakel von Darius 
ausgeplündert und verbrannt wurden: Igöv öä rö äv Jtöüiuucn, 0' wyrig re zat n) 
xgzyonfpiov, ovlvjäävrcc ävsnhmoctnw. Diese Annahme will jedoch Thierscht) 
nicht gelten lassen. Er halt es zuerst für unwahrscheinlich, dass man in dem 
uralten Tempel das alte Götterbild vernachlässigt und ein neues an seine Stelle 
gesetzt habe. Allein wenn jenes vorausgesetzte alte Bild ein Holzbild war, das 
bei dem Brande des Tempels leicht zu Grunde gehen konnte, so musste man 
doch wohl für ein neues sorgen. Aus der ersten Behauptung folgert nun Thiersch 
Weiter, das Werk des Kanachos sei nicht Tempelbild, sondern ein Weihgeschenk 
gewesen, das im Freien aufgestellt den Brand des Tempels wohl habe über- 
dauern können. Indessen deutet gerade der kunstreiche Mechanismus des K0- 
losses, von dem später die Rede sein wird, auf Bestimmung für den Tempel- 
dienst. Sodann dürfen wir neben dem Brande die Plünderung nicht vergessen. 
Freilich lässt Strabo die Tempelschätze erst von Xerxes wegführen. Allein was 
Xerxes nahm, mochte in der Zwischenzeit gesammelt oder bei der ersten Plünde- 
rung von den Branchiden versteckt sein, was allerdings nicht von einem Erz- 
kolosse, sondern nur von WVerken geringeren Umfanges gelten kann.  WVenn 
ferner Tacitusr) von Schutz und Begünstigung spricht, deren sich das Orakel 
unter Darius zu erfreuen gehabt, so kann dies mir für die Zeit nach der Plünde- 
rung gelten, als Darius nach Wegführung der Aeolier Stadt und Orakel zwar 
wieder herstellte, aber barbarisirte: 05'018 vjytßagßdgovg ysväotlaß cpnot Aryiuf- 
Tpßog Ö Zutritt-zog ctvrt Aioläcav G). Die alten Weihgeschenke endlich, welche 
Strabo noch sah, widerlegen nicht die Nachricht von den verschiedenen Plünde- 
rungen, sondern zeigen nur, dass entweder der Verlust durch neue Gaben ge- 
deckt wurde, oder dass ein Theil der Schätze wieder nach Milet zurückkehrte. 
So wissen wir gerade von dem Apollo des Kanachos aus Pausa11ias7), dass 
Seleukos Nikator ihn aus Ekbatana nach Milet zurückschickte.  NVir nehmen 
demnach als sicher an, dass Kanachos den Apollo in der ersten Hälfte der sieb- 
ziger Olympiaden gearbeitet habe. Dass von dem älteren ein gleichnamiger 
jüngerer Künstler, um Ol. 95, geschieden werden müsse, wird sich später zeigen. 
Diesen aber nennt Pausanias, um jede Verwechselung zu vermeiden, an einer 
Stelle S) ausdrücklich Schüler des Polyklet; an einer andern  war eine nähere 
Bezeichnung deshalb unnöthig, weil sich das dort erwähnte Werk auf den Sieg 
von Aegospotamos bezieht. Die Werke des älteren, von denen wir Kenntniss 
haben, sind der Zahl nach nicht bedeutend, nemlich: 
l) Celetizontes pueri, Knaben auf Rennpferden, also wohl auf Siege 
in Festspielen bezüglich: Plin. 34, 57. 
2) Eine Muse mit der Hirtenflöte, in einem Epigramme des Antipater 
(Anall. II, p. 15, n. 35) mit zwei andern des Ageladas und Aristokles zusammen- 
gestellt. 
11 
N1 
Vgl. Ulinton fasti h. 
ü. S. 40. 5) Ann. HI, 
9) X, 9, 10. 
append. cap. V. 
ü) Strabo XIII, 
n: 
16
        

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