Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Bildhauer
Person:
Brunn, Heinrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1194573
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1195222
Die 
Sage 
und 
ältesten 
xstlergruppen 
bis 
gegen 
Werk in weit irühere Zeit fallen, als die, in welcher bekanntlich jene Künstler 
thatig waren: richtig habe nemlich Thiersch 1) bestimmt, dass dieses mit dem 
Hammer getriebene Werk, dieses oqiupijlarov, älter als Rhoekos, also älter als 
die Zeitrechnung nach Olympiaden sei. Welcker?) dagegen will das Künstler- 
paar, welches den Daedalos zum Lehrer gehabt haben soll, von einem anderen 
de? 508ml Oläünpiade getrennt wissen. Müller 3) endlich giebt nur zu, dass 
Kleamhos Später als Ol. 14 gelebt habe, indem damals erst Rhegion gegründet 
worden sei. Prüfen wir diese Einwürfe näher; Wer sagt uns, dass Dipoenos 
und Skyllis nur in Marmor gearbeitet? Und gesetzt es wäre der Fall gewesen, 
lnuSSten alle ihre Schüler dasselbe thun? Von ihren drei Schülern aus Lake- 
däellloll kennen wir kein einziges Werk in Marmor. Was nöthigt uns ferner 
ein (Wvwlxccrov bis zum Anfange der Olympiaden hinaufzurücken? Rhoekos 
und Theodoros lebten um Ol. 50, allerdings vor Ol. 60, in die wir der Lehrer 
Wegen den Klearch setzen. Aber durch die Erfindung des Erzgusses ist die 
frühere Art der Metallarbeit gewiss nicht mit einem Schlage in ganz Griechen- 
land unterdrückt worden. Wenn Pausanias, wie es scheint, dies dennoch an- 
nimmt und daraus den falschen Schluss zieht, der Zeus des Klearch sei das 
älteste Werk in Erz, so darf uns dies nicht irre machen, da wir noch dazu 
Wissen, dass er über die chronologischen Verhältnisse der ältesten Künstler 
häufig mit sich selbst keineswegs im Klaren ist. Die Annahme eines doppelten 
Dipoenos und Skyllis erweist sich dadurch als unnöthig; und heisst nun Klearch 
831" Schüler des Daedalos selbst, so will das nichts anderes bedeuten, als dass .5( 
er aus derselben daedalischen Kunstschule hervorging, der auch Dipoenos und 
Skyllis ihre Bildung verdankten. Es bleibt daher kein Grund übrig, die Thätig- 
keit des Klearch in ein höheres Alter, als die 60ste Ol. hinaufzurücken. Viel- 
leicht sehen wir uns sogar genöthigt, sie bis nahe an Ol. 70 auszudehnen, um 
dem immer misslichen Auskunftsmittel zu entgehen, einen doppelten Klearch 
von Rhegion anzunehmen. Pythagoras nemlich, der bis gegen Ol. 80 am Leben 
ist, heisst bei Pausanias 4) Schüler der Klearch von Rhegion. Nun bemerkt 
freilich Pausanias weiter, dieser Klearch solle Schüler des Eucheiros von 
Korinth gewesen sein, welcher wiederum spartanische Künstler, Syadras und 
Ghartas, zu Lehrern gehabt habe; und diese Behauptung steht allerdings 
mit der anderen Angabe in Widerspruch, nach welcher Klearch zum Schüler 
des Dipoenos oder Daedalos gemacht wird. Allein wir dürfen nicht vergessen, 
dass Pausanias nur berichtet, was ihm einerseits in Sparta, andererseits in 
Olympia mitgetheilt ward. Dazu kommt, dass das Werk des Daedaliden sich 
in Sparta befand, während auch der Schüler des Eucheiros durch die Lehrer 
desselben mit Sparta wenigstens in indirecter Verbindung stand. Endlich ist 
es keineswegs ohne Beispiel, dass ein Künstler bei mehreren Meistern in die 
Lehre gegangen ist. Doch genug über einen Punkt, der nicht gegen jeden 
Widerspruch sicher gestellt werden kann; nur so viel halten wir fest, dass die 
Identität der zwei Klearche bei Pausanias nicht geradezu eine Unmöglichkeit ist. 
Schüler des Dipoenos und Skyllis sind endlich noch:  
Tektaeos und Angelion. 
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