Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Bildhauer
Person:
Brunn, Heinrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1194573
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1195208
l. Die hinge und die ältesten I{ü11stlc1'g1fuppe11 bis 15'989" 01' 50' 35 
daher seine Werke für älter erklärt, als das Gebäude, in denen sie sich be- 
fanden. Uns führt die Zeit des Dontas zur umgekehrten Vermuthung, nemlich 
das lange nach Phorbas errichtete Gebäude mit Dontas gleichzeitig zu setzen. 
Vielleicht war dann auch der Gigbelschlnllck, wenn nicht von Dontas selbst, 
doch von einem Künstler derselben Schule. 
3) „Im Tempel der Hera zu Olympia steht [ihre eigene Bildsäule und die] 
des Zeus. Die der Hera sitzt auf einem Throne, daneben steht [Ares C4] bärtig, 
mit einem Helme auf dem Haupte. Es sind dies Werke (dnltä?) Die auf 
Thrünell Sitzelldell Horen, welche darauf folgen, machte der Aeginet Smilis. 
Neben ihnen steht ein Bild der Themis, als der Mutter der Horen, von der Hand 
des Dorykleidas, eines Lakedaemoniers von Geburt und Schülers des Di- 
Poenos und Skyllis. Die Hesperiden, fünf an der Zahl, machte Theokles, 
auch er ein Lakedaemonier und Sohn des Hegylos; er soll gleichfalls bei 
SkyÜiS und Dipoenos gelernt haben. Die Athene mit Helm, Speer und Schild 
S011 ein Werk des Lakedaemoniers Medon [oder Dontas] sein, der ein Bruder 
des Dßrykleidas, und bei denselben Meisternin die Lehre gegangen sei. Kore 
und Demeter sitzen, Apollo und Artemis stehen einander gegenüber. Es be- 4'. 
finden sich daselbst auch Leto, Tyche, Dionysos und Nike mit Flügeln: wer sie 
gemacht, vermag ich nicht anzugeben, doch scheinen auch sie mir zu den vor-  
Züglißh alten zu gehören. Die besagten Werke sind von Elfenbein und Gold" 
(Pans. V, 17, 1). 
Zunächst einige Bemerkungen über Einzelnheiten. In der einen Stelle 
heisst es, die Athene, welche dem Herakles gegen Acheloos beistand, ein Werk 
des Dontas, sei nach dem Heraeon versetzt. Dort aber nennt sie Pausanias 
ein Werk des Medon, eines Bruders des Dorykleidas: ÄQyOV sivat Hläöivrrog, 
Toürov öä döslmöv 12 sivat Aogvxlsiöov. Durch eine geringe Veränderung: 
Äpyuv sivat yäv Aövra, 11015101: öä x. r. 1., Wodurch öä noch eine bessere Be- 
Ziehung auf w erhält, werden beide Erwähnungen in Uebereinstimmung ge- 
bracht. Vielleicht ist aber der Name des Dontas auch noch an einer dritten 
Stelle versteckt, nemlich am Anfange der Beschreibung der Werke im Heraeon. 
In den ersten Worten scheinen ausser dem Bilde der Hera noch zwei andere, 
des Zeus und vielleicht des Ares, erwähnt zu sein. Von diesen nun heisst es: 
äoya öä äo-rw dnlä. Allein eine genügende, schlagende Erklärung des Aus- 
druckes rZnÄä ist bis heute noch nicht gegeben worden. Den bisherigen Vor- 
schlägen mag noch der angereiht werden, dass änld sich auf einen einfachen 
Stoff, Holz oder Marmor beziehe, im Gegensatz zu den zusammengesetzten, 
Cedernholz, Elfenbein, Gold, aus welchen die folgenden Werke gebildet waren. 
Nun aber hat I. Bekker wegen der unmittelbar folgenden Worte: roEg 622 ÄCpSEÜQ 
  Jlßgag änolqasv Aiytvrjrqg Euiltg, vermuthet, es sei in drcÄd der Name eines 
Künstlers versteckt, und es ist nicht zu läugnen, dass dadurch der Zusammen- 
hang der Rede aufs schönste hergestellt würde. Deshalb schlägt Kayser 1) vor, 
Wegen der Aehnlichkeit der Buchstaben den Namen des Ageladas in den Text 
Zu setzen. Allein wir müssen Anstoss nehmen, diesen Künstler der 70er Olym- 
Piaden mit den übrigen, die sämmtlich bald nach O1. 60 thätig sein mussten, 
m 
1) Rhein. Mus. N. F. V, S. 349.
        

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