Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Bildhauer
Person:
Brunn, Heinrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1194573
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1195153
Die Bildhauer. 
des Plinius vorgezogen werden, die leicht durch eine Verwechselung mit dem 
kurz vorher genannten Archermus entstanden sein kann. 
Melas und Mikkiades sind nur durch diese einzige Erwähnung des 
 Plinius bekannt. Ueber Archermos meldet er 1) noch, dass sich Werke von 
ihm auf den Inseln Delos und Lesbos befunden hätten. Aus dem bereits an- 
geführten Scholiasten des Aristophanes ersehen wir ferner, dass Archermos die 
Nike mit Flügeln bildete.  Mehr erfahren wir von Bupalos und Athenis, 
namentlich dem ersteren, welcher der berühmtere gewesen und selbst in den 
berüchtigten Spottversen des Hipponax vorzugsweise angegriffen zu sein scheint. 
Ueber diese Feindschaft berichtet Plinius 3): Hipponax sei ganz besonders häss- 
lich von Gesicht gewesen, Weshalb die Künstler in übermüthigem Scherze sein 
Bild in den Kreisen der Spötter ausgestellt hätten. Darüber aufgebracht, habe 
Hipponax die Bitterkeit seiner Gedichte in einem solchen Grade gegen sie los- 
gelassen, dass er sie nach der Meinung); Einiger bis zum Aufhängen getrieben, 
40 was indessen falsch sei, da sie auf den benachbarten Inseln noch später Bild- 
werke gemacht hätten. Spottbilder giebt auch Suidas 3) als Veranlassung der 
Feindschaft an. Andere fanden sie darin, dass Bupalos seine Tochter dem 
Hipponax zur Ehe zu geben verweigert habe 4). Bei dem gegenseitigen Hasse 
mögen beide Angaben ihren Grund haben. Sicherlich aber ist ein Irrthum, 
was Archelaos von Cypern 5) erzählt, dass Stesichoros, als seine Geliebte Helena 
ihnrabtrünnig geworden und zum Bupalos gegangen sei, die bekannten YVorte 
Elävr; äxoüaa (Emjgs geschrieben habe. Stesichoros starb O1. 56,4 in einem 
Alter von 85 Jahren Ü) und passt also nicht zum Nehenbuhler des Bupalos, der 
erst später mit Hipponax in Streit geräth. 
Ueber die Werke des Bupalos und Athenis hören wir zunächst Plinius: 
1) Schon erwähnt wurden ihre Werke in Delos. Plinius fügt hinzu, 
dass die Künstler ein Gedicht des Inhalts darunter gesetzt: nicht nur durch 
XVeinstöcke sei Chios berühmt, sondern auch durch die Werke der Söhne des 
Archermos.  
2) Ein Bild der Diana von ihrer Hand zeigte man zu Lasos (auf Kreta: 
Plin. 4, 59), sofern nicht nach der früheren Lesart Jasos den Vorzug; verdient, 
das, in Karien gelegen, dem Vaterlande der Künstler benachbarter ist. 
3) In Chios selbst soll sich von ihnen ein Gesicht der Diana befunden 
haben, welches hoch aufgestellt den Eintretenden traurig, den Herausgehenden 
erheitert anzublicken schien. 
. 4-) Zu Rom sah man Werke von ihnen am palatinischen Apollotempel 
im Giebel und fast an allen Bauten, die Augustus errichtete. 
Dem Bupalos allein werden zugeschrieben: 
5. 6) bekleidete Chariten im Heiligthum der beiden Nemeses zu 
Smyrna und zu Pergamos im Gemache des Attalos (Paus. IX, 35, 6). 
7) Die Tyche zu Sm yrna (wahrscheinlich die Stadtgöttin). Er bildete 
sie zuerst mit dem Polos auf dem Haupte und dem Horn der Amalthea in der 
einen Hand, um auf diese Weise das Wirken der Göttin anzudeuten (Paus. IV, 30, G). 
 
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