Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Bildhauer
Person:
Brunn, Heinrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1194573
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1195145
Die 
S51 
gO 
und 
esten 
Künstlergruppen 
Insel, wo die Kunst durch Bearbeitung eines 
sich ein neues Feld der Thätigkeit eröffnete. 
andern 
Materials 
des 
Marmors, 
Die 
Fanlilie 
des 
llelas 
auf 
Chios. 
PliniuS nennt als die ersten berühmten Marmorbildner den DipOeHOS 
und Skyllis. YVahrscheinlich aber fand er bei der Benutzung neuer Quellen, 
dass er geirrt habe, und schob daher folgenden Zusatz ein 1): „Als diese lebten, 
war bereits auf der Insel Chios der Bildhauer Melas gewesen, sodann dessen 
Sohn Mlkkiades, und darauf sein Enkel Archermos, dessen Söhne Bupalos und 
Athenis in der Kenntniss dieses Kunstzweiges sogar hochberühmt waren, zur 
Zelt des Dichters Hipponax, von dem es gewiss ist, dass er in der GOsten Olym- 
Plade leble- Wenn nun jemand ihre Familie bis zum Urgrossvater rückwärts 
Verfolgt, Wird er finden, dass der Beginn dieser Kunst mit dem Anfange der 
Olympiaden Zusammenfällt." Ein warnendes Beispiel der chronologischen Be- 
Yeßhmlllgen des Plinius! Ein Mensch lebt etwa 60 Jahre, vier also 4x60, d. i. 
60 Olympiaden! Ein Menschenalter wird aber nach allgemeiner Annahme nur 
zu dreissig Jahren in Anschlag gebracht, woraus sich uns Folgendes ergiebt: War 
Melas geboren    O1. 30 
Mikkiades „     37 
Archermos „    17 45  
Bupalos und Athenis „    „ 52, 
so hatten die letzteren 01.60 ein Alter von etwa 80 Jahren. 
Ueber die Namen dieser Künstler mögen wenige Bemerkungen genügen. 
Melas ist ein auch sonst vorkommender Name, also aus der besten Hand- 
schrift des Plinius statt des ungewohnten Malas aufzunehmen. Archermus als 
Name des dritten dieser Künstler findet sich zweimal in der Bamberger Hand- 
schrift; und da auch einige andere darauf führen, der Name selbst aber nicht 
gegen die Sprache verstösst, so ist kein Grund, ihn zu verwerfen und statt 
seiner Anthermus oder Archenus zu schreiben, letzteres nach einer Conjectur 
zum Scholiasten des AristophaneSQ): ldoxävovg ydg qmm xai röv BovndÄov Mai 
Ädärfvtdog Icocräoa, oi 6a Ädylaoqnoävra Tdv Odotov {coygdcpov rcrqvriv ägydoccoäaß 
rriv Alimyv, 05g oi TEEQl. Kapzionov rdv Hspyaitiyvdv qmzorw. Sillig nemlich hielt 
den Anfang dieser Stelle für verderbt und lückenhaft, und wollte so ändern: 
ldoxävovv ydp (man 'Ic-iv rdv (Yiov xai rdv BovrroiÄov x. r. Ä. wogegen Welcker 
bemerkt 3): "Lässt man alles unangetastet, Archenus also als Schriftsteller, 
welchem dann (Antigonos) Karystios oder Karystios der Pergamener, der 7189i. 
dtöozaxahcöv geschrieben hatte, entgegengesetzt wird, so ist alles vollkommen 
in Ordnung; und dass der Vater desjßupalos und Athenis nicht ausdrücklich 
genannt ist, deutet auf seine Berühmtheit und zugleich auf die grössere der 
Söhne."  Der Bruder des Bupalos endlich heisst fast in allen Handschriften 
des Plinius Anthermus, und dieser Name an sich ist von Welcker als griechisch 
Vertheidigt worden. Da indessen beim Scholiasten des Aristophanes so wie bei 
Suidas 4) die Lesart Athenis bis jetzt wenigstens noch feststeht, so mag sie der 
m 
Sehr. 
484. 
ffrrrzobnE.
        

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