Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Bildhauer
Person:
Brunn, Heinrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1194573
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1195126
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3) Dem Theodoros allein wird die Zubereitung des Bodens für den ephe- 
sischen Tempel beigelegt; so wie auch 
4-) die Skias zu Sparta sein ausschliessliches Werk war (Pans. III, 12, S). 
Der Name des Baues bezeichnet ein Schattendach, und wird besonders von 
kuppelartigen Anlagen gebraucht. Obwohl nun auch die spartanische Skias 
sicher ein Rundbau war (Etym, magn. s. v. Extdg), so dürfen wir doch schwer- 
lich annehmen, dass in dieser frühen Epoche ein so umfangreiches Gebäude, 
in dem noch zu Pausanias Zeit Volksversarnmlungen gehalten wurden, mit einer 
steinernen Kuppel bedeckt gewesen sei. 
Von statuarischen Werken erwähnt Pausanias: 
5) die EYZiigur der Nacht beim Tempel der ephesischen Artemis von 
Rhoekos (Xi 38: GI- Er nennt sie älter und roher als die Athene in Amphissa, 
die nach Seiner Meinung fälschlich als von der trojanischen Beute herrührend 
bezeichnet wurde.  
Von Theodoros kennt Pausanias (l. l.) kein Werk in Erz, dagegen meldet 
G) Plinitis (341, 83), dass er in Samos sein eigenes Bild in Erz gegossen 
habe. An demselben ward ausser der wunderbaren Aehnlichkeit noch besonders 
die grosse Feinheit der Arbeit gerühmt. Es hielt in der Rechten die Feile, in 
der Linken aber mit drei Fingern ein Viergespann von solcher Kleinheit, dass 
(185 ganze Gespann, Wagen und Lenker von den Flügeln einer zugleich ge- 
machten Fliege zugedeckt wurden. Es war, sofern nicht etwa die Worte des 
PIIHIUS gänzlich verderbt sind, von Samos nach Praeneste versetzt worden. So 
fahelhaft diese Nachricht überhaupt klingt, so muss sie bei dem hohen Alter 
des Künstlers noch mehr Verdacht erregen. Nichts desto weniger möchte ich 
Sie nicht zu vorschnell verwerfen, da wir sehen werden, dass Theodoros sich 
eben sowohl auf Metallarbeit im Kleinen, als im Grossen verstand. Berühmt 
war namentlich: 
7) der Ring des Polykrates. Doch ist es zweifelhaft, ob der Stein, der 
ihn zierte, geschnitten oder nur von Theodoros kunstreich in Gold gefasst war 
(vgl. Strab. XIV, p. 638. Paus. VIII, 14, 8. Glem. Alex. protr. III, p. 247 Sylb. 
Plin. 87, 4. Herod. Ill, 41). Welcker (zu Mtillers Arch. ä 97) ist sogar geneigt, 
die ganze Geschichte für "eine Fabel zu halten. 
Dem Theodoros werden ferner zugeschrieben: 
8) das silberne Mischgefäss, 600 Amphoren haltend, welches Kroesus nach 
Delphi weihete. Herodot (1,51) meint, es sei ein Werk von keineswegs ge- 
wöhnlicher Art: m3 ydp 10' ovvrvxöv cpaivsrai um äpyov eivcu. 
9) Ein anderes goldenes Mischgefass befand sich nach Amyntas 
(äv oraäyoig: Athen. XII, 514 F) in den Gemächern der Perserkönige. 
10) Ein goldener Weinstock mit Trauben von eingelegten Edelsteinen an 
demselben Orte wird ebenfalls ein Werk des Theodoros genannt (Himer- ap- 
Phot. p. 612 Höschel; cf. Athen. XII, 513 F; 539 D). 
11) Endlich ist noch das Xoanon des pythischen Apollo zu Samos zu 
nennen, welches Athenagoras (leg. p. Chr. p. 61) nur kurz erwähnt, Diodor (I, 98) 
dagegen ausführlich bespricht. Er erzählt, Telekles habe die eine Hälfte des 
Bildes in Samos, Theodoros die andere zu Ephesos gefertigt: trotz dem hätten 
nachher beide Hälften genau an einander gepasst, weil sie nach dem aegyp-
        

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