Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Bildhauer
Person:
Brunn, Heinrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1194573
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1198157
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Bildhauer. 
dem in der Sammlung des Pollio Hermeroten, bei deren Erwähnung Plinius 
über den Künstler bemerkt, er sei aus Tralles und von dem gleichnamigen 
Gaelator zu unterscheiden. Vielleicht war auch er, wie so viele andere rhodische 
Bildhauer, zugleich Maler. Plinius (35, 144-) wenigstens nennt als Gemälde 
eines Tauriskos: einen Diskobol, Klytaemnestra, einen Panisk, Polyneikes, der 
nach Wiedererlangung; der Herrschaft strebt, und Kapaneus; und die zum Theil 
tragisch-pathetischen Gegenstände lassen den Maler als dem Bildhauer der 
Stiergruppe durchaus geistesverwandt erscheinen. 
Dass Apollonios und Tauriskos Brüder waren, scheint aus den folgenden 
Worten des Plinius (36, 3-4) hervorzugehen: parentum hi certamen de se fecere, 
Menecraten videri professi, sed esse naturalem Artemidoruni. Wie nemlich 
C. F. Hermann (Stud. d. gr. Künstl. S. 47) bemerkt, waren die Künstler des 
Stieres von Geburt die Söhne des einen, durch Adoption (xaff üoäsotav, wie es 
in rhodischen Inschriften häuiig heisst) des anderen, der sich vielleicht noch 
ein besonderes Verdienst um sie als Lehrer erwarb. 
An den Namen des Artemidoros knüpfen wir hier noch einige inschrift- 
liche Nachrichten an, obwohl sie schwerlich mit dem von Plinius enväliiiten 
Künstler direct etwas zu thun haben. Raoul-Rochette theilt (Lettre a Mr. Schorn, 
p. 230) folgende von Cadalvene in Halikarnass copirte Inschrift einer Ehren- 
statue mit: 
ZAPATU. FUIAZ AFIOAAQNIOY IATA OYFATIO  
HOIANU AEMENANAPOY TOYAIONYZIOASZPOY 
KAOYOOEZIAN AE APAKONTOZ 
KAI OI YIOI AYTHZ MENANAPOE KAI MHNOAQRmg 
MHNOAOU. SHPOY TOY ANTIHATPOY 
MOZXON MOZXOY TOY MOZXIQNOZ APETHZ 
ENEKEN KAI EYNOIAZ KAI EYEPFEZIAZ 
THZ EIZ AYTOYZ 
APTEMIASZPOE MHNOAOTOY TYPIOX 
EÜOIHEE 
und verbindet damit (S. 352) eine andere, welche nach Pittakis Angabe in Athen 
gefunden sein soll, indessen, was auffällig ist, sonst von niemand dort gesehen 
worden ist:  
.  XAPMHAOY KAI MHNOAOTOZ APTEMIAQPOY 
TYPIOI EÜOIHZAN 
Endlich muss hier auch die bekannte Inschrift angeführt werden, Welche auf 
einem Streifen Blei im Innern der archaistischen Bronzestatue des Apollo im 
Louvre gefunden wurde (Raotll-Rochette questions de l'histoire de Part etc. Le- 
trenne explie. d'une inscr. grecque trouvee dans Pinterieur d'une statue etcq. 
yHNOAOros vlroauldwpov ? xue . . . (DQNPOALOCEÜOÜUV 
Die uns hier vorliegenden Glieder einer Künstlergenealogie unter einander in 
eine sichere Verbindung zu setzen, ist schwierig, ja für jetzt nicht wohl mög- 
lich, da uns namentlich auch sichere Zeithestirnmungen der Inschriften fehlen. 
Ist die erste, wie Raoul-Rochette meint, aus der Kaiserzeit, so kann der darin 
1) d. i. nach einer mir von Henzen initgetheilten Vermuthung: zurfe ü-vyargoncuifuv. 
neue Wort findet seine Rechtfertigung in der Analogie von vfonof-qm; für vfoll-erifa. 
Das
        

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