Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Bildhauer
Person:
Brunn, Heinrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1194573
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1198064
Kunst 
Diadochenperiode 
Korinths. 
Zerstörung 
schliesst. Hierin erkenne ich auch den Grund, weshalb selbst einsichtsvolle 
Kenner der Aalten Kunst die Gallierstatuen geradezu als Werke römischer Zeit 
betrachten möchten. Da uns jedoch aus derselben kein Werk von gleicher 
Vortrefflichkeit in Auffassung und Ausführung bekannt ist, so wird es nur der 459 
bestimmten Ilinweisung; auf die bisher nicht hinlänglich gewürdigte Bedeutung 
der Diadochenperiode auch für die Kunst bedürfen, um in den Galliern die Muster 
und Vorbilder römischer Kunsterzeugnisse erkennen zu lassen. Das Auffällige 
der Thalsache einer Einwirkung gerade der fernen asiatischen Kunst auf die 
römische verschwindet übrigens, sobald wir uns erinnern, dass der letzte Attalos 
bei seinem Tode den Römern sein ganzes Reich als Erbschaft hinterliess, und 
dass auf diese Weise eine bedeutende Zahl von Kunstwerken gerade der perga- 
menischen Schule nach Rom versetzt werden mochte. 
Die 
Künstler 
VOIl 
Rhodos. 
Zu der Zeit, als Chares von Lindos den Koloss des Sonnengottes aus- 
führte, befand sich Rhodos im gewaltigsten Aufschwunge, weniger durch seine 
positive politische Macht, als durch den Einfluss seines Handels und des davon 
abhängigen Reichthums. In Folge dieser Blüthe musste die Lust an Ver- 
schönerung des Lebens erwachen und in der Beförderung der Kunst reiche 
Nahrung finden. So steht denn in dieser Periode zu Rhodos auch die Kunst 
in hoher Blüthe, ausgeübt nicht nur von einheimischen Künstlern, sondern auch 
von Fremden, welche durch die vielfältige Gelegenheit, dort Ruhm und Reich- 
thuni zu erwerben, angelockt sein mochten. Diese Erkenntnis war uns vor 
wenigen Jahren noch ziemlich fremd. Wir kannten nur wenige rhodische 
Künstler, einige darunter freilich von der höchsten Bedeutung. Erst Ross be- 
reicherte uns mit neuem Material zur Forschung, und die Hoffnung auf Ver- 
grösserung desselben ist noch keineswegs aufzugeben, wenn wir bedenken, dass 
diesem Gelehrten ein kurzer, kaum zweitägiger Aufenthalt auf der Akropolis 
von Lindos genügte, um so Bedeutendes ans Licht zu fördern. Eine Haupt- 
quelle für den folgenden Abschnitt bildet daher der Aufsatz von Ross über 
die lnschriften von Lindos auf Rhodos, im N. Rhein. Mus. N. F. IV, 
S. 161 flgd.  
Während wir sonst in unseren Erörterungen von den bedeutendsten Per- 
sönlichkeiten ausgegangen sind, ist es diesmal vortheilhafter, zuerst einen Reich- 
thum von Namen vorzuführen, welcher uns von der Ausdehnung des Kunst- 
betriebes Zeugniss giebt, und erst zum Schlusse die Blüthen dieser Entwicke- 
lung ins Auge zu fassen. Im Voraus muss über die vielen Inschriften, welche 
uns als Quelle dienen, bemerkt werden, dass sie wohl sämmtlich vor die Zeiten 
der römischen Herrschaft zu setzen sind und zum grösseren Theile selbst ziem- 
lich ßweit in die Zeiten der Nachfolger Alexanders zurückgehen mögen. 
460 
Protos, 
aus Kydonia auf der Insel Kreta gebürtig, 
Akropolis von Lindos; Boss n. 8: 
Brunn, Geschichte der griechischen Künstler. 2. Aufl. 
machte 
eine 
Priesterstatue 
21 
für 
die
        

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