Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Bildhauer
Person:
Brunn, Heinrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1194573
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1197788
griechische 
Kunst in 
ihrem 
nach 
Streben 
äusserer 
W ahrheit. 
298 
zu Tarent, nächst dem rhodischen überhaupt der grösste Koloss zu Strabds 
Zeit, War ein Werk des Lysipp; und die bei diesem gesammelten Erfahrungen 
mussten also dem Chares vom wesentlichsten Nutzen sein, wenn auch bei den 
vergrösserten Maassen des Sonnengottes sicher noch neue bedeutendere tech- 
nische und mechanische Schwierigkeiten zu lösen waren. Was indessen Philo 
darüber berichtet, können wir mit gutem Gewissen für ein Märchen erklären. 
Vom historischen Standpunkte aus müssen wir die Bedeutung des Chares 
zuerst darin suchen, dass sich bei ihm noch mehr, als bei Lysipp, das Be- 
streben zeigt, den Werth eines Kunstwerkes in die Massenhaftigkeit zu setzen; 
sodann aber darin, dass er die sikyonische Kunst nach Rhodos verpflanzt, wo 
sich dieselbe in der nächstfolgenden Zeit zu einer neuen, selbständigen Blüthe 
entwickelte. 
Mit den Künstlern aus der Schule des Lysipp hat die Blüthe der Kunst 
in Sikyon und Argos, ja im ganzen Peloponnes, ihr Ende erreicht. Neben ihnen 
sind nur noch einige Künstler untergeordneten Ranges, nach ihnen kaum einer 
bekannt; so dass wir hier den ganzen Rest zusammenzustellen befugt sind, auch 
wenn ein einzelner von unbekannter Zeit in eine spätere Epoche gehören sollte: 
Sikyon. 
D ae ton das machte die Statue des Theotimos aus Elis, welcher im Faust- 
kampfe der Knaben zu Olympia gesiegt hatte: Pans. VI, 17, 5. Da des Theo- 
timos Vater Moschion den Zug Alexanders nach Asien mitgemacht hatte, so ist 
der Künstler etwa ein Zeitgenosse dieses Königs. 
Menaechmos. Plinius (84, 80) erwähnt als sein Werk einen jungen 
Stier, welcher mit dem Knie niedergedrückt wird, Während der Nacken nach 
hinten gebeugt ist: also vielleicht eine stieropfernde Nike, wie wir sie häufig 
in Reliefs und auch in statuarischen Nachbildungen dargestellt sehen. Auch 
schrieb er über seine Kunst; und Plinius führt unter den Quellen des 33sten 
und 34sten Buches seine Schrift über Toreutik, Athenaeus 1) eine andere über 419 
die Künstler an. Ausserdem verfasste er die Geschichte seiner Vaterstadt Si- 
kyon und die Alexanders des Grossen. Suidas aber setzt ihn in die Zeit der 
Diadochen. Vgl. Vossius de bist. Gr. I, cap. XI. 
Olympos. Dass er aus Sikyon gebürtig war, ist bei Gelegenheit des  
Messeniers Pyrilampes nachgewiesen worden. Sein Werk war die olympische 
Siegerstatue des Xenophon, Sohnes des Menephylos, eines Pankratiasten aus 
Aegion in Achaia: Paus. VI, 3, 13. Die Zeit des Sieges, wie des Künstlers, ist 
ungewiss. Nur wollte man sie bisher bis nach Ol. 80 herabrücken, weil nach 
dem Siegel des Oebotas Ol. 6 keinem Achaeer bis zur 80sten Olympiade das 
Glück in Olympia günstig gewesen sei. Allein es ist bereits bei Gelegenheit 
des Ageladas wahrscheinlich gemacht worden, dass in der überlieferten Erzäh- 
lung von dem Fluche des Oebotas wahrscheinlich einige für historische Be- 
stimmung wichtige Angaben uns Verloren gegangen sind.  
XIV, 
635
        

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