Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Bildhauer
Person:
Brunn, Heinrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1194573
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1197726
Kunst 
griechische 
ihrem 
nach 
Streben 
äIISSGIGI 
Wahrheit. 
287 
Thespin venatorem et Thespiadas, proelium equestre; doch bietet hier die Bam- 
berger Handschrift Thespis, was auf Thespiis führt, und lässt Thespiadas ganz 
weg, weshalb wir es als ein Glossem betrachten dürfen. S0 bleibt: zu Thespiae 
ein Jäger und ein Reitertreffen; von welcher Art, wird nicht näher angegeben. 
Es folgen (ebenfalls nach der Vulgate): simulacrum Trophonii ad oraculum, 
quadrigas Medeae complures, equum cum fiscinis, canes venantium. Hier ist 
zuerst aus der Bamberger Handschrift nach simulacrum hinzuzufügen: ipsum. 
Dass durch diesen Zusatz das eigentliche Tempelbild bezeichnet werden solle, 
wie Sillig in seiner neuen Ausgabe des Plinius meint, muss deshalb zweifelhaft 
erscheinen, weil dieses von Pausanias (IX, 39, 4) ein Werk des Praxiteles genannt 
wird. Es soll also wohl nur betont werden, dass das Bild den 'l'ropl1onios selbst, 
nicht eine andere bei seinem Orakel mit einer Statue geehrte Person darstellte. 
Die Schwierigkeiten, welche Medeae der Erklärung bietet, fallen weg, indem die 
Bamberg-er Handschrift dieses Wort auslässt. Es konnte, wie Sillig meint, aus 
einem Glossem Lebadeae, wie v. Jan, aus in aede eius (medei in einer Vossi- 
scheu Handschrift aus in ede ei') entstanden sein. Was wir endlich unter dem 
equus cum fiscinis, einem Pferde mit Körben, oder, wie ein Theil der Hand- 
schriften cum fucinis, mit Gabeln, zu denken haben, vermag" ich nicht anzu- 
geben. Dass der Zusatz von irgend einem Parergon hergenommen und nur 
bestimmt sei, das Pferd dadurch, als durch einen Beinamen, näher zu bezeichnen, 
wie Sillig vermuthet, ist allerdings möglich; aber die Schwierigkeit selbst wird 
dadurch eigentlich nicht gelöst.  Ausser Plinius nennt nur Tatian (c. Graec. 
52, p. 114 Worth) noch Werke des Euthykrates, nemlich die Statuen der Dicl1- 
terinnen Anyte, der Mnesiarchis aus Ephesos, der Thalarchis aus Argos, und 
endlich Panteuchis avklaitßdvovuav äx cpäogäwg (ein erotisches Symplegma?) 
 Bemerkungen der Alten über den Charakter dieser Bildwerke fehlen uns 
gänzlich; und wir vermögen deshalb nicht nachzuweisen, in welchen besonderen 
Eigenthümlichkeiten das zu Anfang mitgetheilte Urtheil des Plinius begründet 
ist. Wie es dasteht, scheint anzunehmen, das Euthykrates im Ernste der Auf- 
fassung und vielleicht auch in den strengeren, breiteren Proportionen sich mehr 
der älteren Kunstschule von Argos und Sikyon angeschlossen habe. Dieses wird 
noch wahrscheinlicher durch das Urtheil, welches Plinius unmittelbar nachher 
über den folgenden Künstler fällt: 
Tisikrates 
„aus Sikyon war zwar Schüler des Euthykrates, stand aber der Sekte des Lysipp 
näher (Lysippi sectae propior), so dass mehrere seiner Werke kaum davon zu 
unterscheiden waren, wie sein Thebanischer Greis, der König" Demetrios, Peu- 
kestes, der Leibwächter Alexanders des Grossen, würdig so grossen Ruhmestt: 
Plin. 34-, 67. Peukestes war wenigstens im Anfange der 116ten Olympiade noch 
am Leben 1); Demetrios aber starb Ol. 1241, 2, so dass sich die künstlerische 
Laufbahn des Tisikrates der seines Lehrers entsprechend von Ol. 115-124 
erstrecken mochte. Plinius erwähnt ausserdem, dass auf ein Zweigespann von 
seiner Hand Piston eine Frau setzte; und nennt zugleich als Werke dieses 
Sonst unbekannten Künstlers einen Ares und Hermes im Tempel der Goncordia 
Plut. 
Eum. 
Diod. 
XIX,
        

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