Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Bildhauer
Person:
Brunn, Heinrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1194573
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1197644
Kunst in 
griechische 
Die 
nach 
Streben 
ihrem 
äusserer XVahrheit. 
279 
so wenig verborgen bleiben, dass beide in ihrer besonderen Entwickelung sich 
wieder vielfältig von einander trennen. Lysipp als ein Glied der argivisch- 
sikyonischen Schule bleibt vor allem auf die formelle Seite der künstlerischen 
Darstellung bedacht, während Silanion sich in soweit der Richtung seiner Lands- 
leute anschliesst, als er auf die geistige Bedeutung des darzustellenden Gegen- 
standes seine besondere Aufmerksamkeit lenkt, wenn auch freilich nur in soweit, 398 
als dieselbe sich in ihren Aeusserungen an bestimmten Charakteren oder Hand- 
lungen durch eine scharfe Beobachtung erfassen lässt. 
Zeuxiades, 
nach Plinius (34, 51) Schüler des Silanion. Wenn wir schon oben als sein 
XVerk ein Bildniss des Redners Hyperides (T 114, 3) betrachteten, so geschah 
es auf Grund der folgenden Inschrift, welche Spon (Misc. p. 138) in der Villa 
Mattei zu Rom sah: 
YFIEPIAHZ PHTSIP 
TEYZIAAHZEFIOIEI 
G. I. Gr. n. 6118. Denn wie schon Visconti (Icon. gr. I, p. 272) bemerkt hat, 
kann nicht gezweifelt werden, dass hier der Name des Zeuxiades unrichtig 
gelesen ist. Dass die Inschrift erst aus römischer Zeit ist, ergiebt sich aus 
der Vergleichung der ähnlichen des Sthennis, Kalamis u. a. 
Apollodor, 
von welchem unter Silanion gesprochen wurde, ist wahrscheinlich derselbe, 
welcher von Plinius (34, 86) als Bildner von Philosophenstatuen angeführt wird.  
Boss (Kunstbl. 1840, N. 12) wollte ihn in die Zeit des voreuklidischen Alpha- 
betes setzen, weil er auf ihn ein auf der Akropolis gefundenes Inschriftenfragment 
beziehen zu müssen glaubte: 
l hciuwßobot 
H BQYÄH 
ÄETTEAONAIM 
Doch bemerkt Steplmni (Rhein. Mus.  F. IV, S. 18), dass kein hinlänglicher 
Grund vorhanden sei, um zu dem Namen des Apollodor ein änoiryasv zu ergänzen. 
Polykrates. 
Unter den Künstlern, welche Athleten, Bewaffnete, Jäger und Betende 
gebildet, nennt Plinius (34, 91) auch den Polykrates. Nach Athen und in diese 
Periode scheint er Wegen der folgenden von Spon (Misc. p. 135) in der Villa 
Mattei copirten Inschrift zu gehören, welche sich auf ein Bildniss des Timotheos 
(T 106, 3) bezieht: 
TIMOGEQZAQHN 
HOAYKP .   
G. I. Gr. n. 6117. Denn dass in der zweiten Zeile ein Künstler 
lehren die verwandten Inschriften des Sthennis, Kalamis u. a. 
genannt 
Kalliades. 
Nach Tatian (c. Gr. 55, p. 120) machte er eine Statue der Hetaere Neaera, 
wahrscheinlich derselben, gegen welche um O1. 110 die dem Demosthenes blei- 
gelegte Bede gehalten ward. Vielleicht ist dieser Künstler identisch mit Kal-
        

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