Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Bildhauer
Person:
Brunn, Heinrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1194573
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1197620
Kunst in 
griechische 
ihrem 
Streben 
nach 
äusserer 
Wahrheit. 
277 
Die sterbende Iokaste: Plut. quaest. conv. V, 2; de audiend. poät. 3;  
s. unten. 
Korinna: Tatian. c. Gr. 52, p. 114 Worth. 
Sappho: ib. Cicero (in Verr. IV, 57, 125), welcher dieses Bild mit hohen 395 
Lobsprüchen feiert, giebt an, dass Verres es aus dem Prytaneum zu Athen ent- 
führt habe. 
Plato, von Mithridates den Musen in der Akademie zu Athen geweiht: 
Diog. Laört. III, 25. Vgl. Braun, Ann. dell' Inst. 1839, p. 213. 
Der Bildhauer Apollodor: Plin, l. 1.; s. unten. 
Drei Statuen olympischer Sieger im Faustkampfe: des Satyros, Sohnes 
des Lysianax aus Elis: Paus. VI, 4, 5; des Telestas aus Messene: 14, 4'; 
des Dam aretos ebendaher: 141, 11. Die beiden letzten siegten im Faustkampfe 
der Knaben. 
Ein Aufseher, welcher Athleten einübt: Plin. l; l. 
Plinius 1) bewundert an diesem Künstler, dass er ohne Lehrer berühmt 
geworden, dagegen selbst einen Schüler gehabt habe. Wir finden hier also 
einen athenischen Autodidakten, gleichzeitig mit dem Sikyonier Lysipp; und 
es verlohnt sich daher Wohl der Mühe, zu untersuchen, 0b sich in seiner Ent- 
wickelung ähnliche Züge entdecken lassen, wie bei diesem. 
Unter allen uns bekannten Werken des Silanion befindet sich kein einziges 
Götterbild, und die Darstellungen aus dem Kreise der Heroen werden wenigstens 
an Zahl von den blossen Portraits tibertroifen. Eine auf hohe Idealität gerichtete 
Schöpfungsgabe vermögen wir daher dem Silanion nicht zuzuerkennen. Doch 
fragt es sich, ob wir darum das Verdienst nun in dem Gegensatze derselben 
in einer ausschliesslichen Richtung auf die Vollendung der Form zu suchen 
haben. Es könnte dies richtig scheinen, wenn wir hören, dass Vitruv 9) einen 
Silanion (und warum nicht den bekannten Bildhauer dieses Namens?) unter 
den Schriftstellern über die Proportionenan führt. Allein Vitruv selbst legt dieser 
Leistung keinen bedeutenden Werth bei; und unsere übrigen Nachrichten können 
uns nicht veranlassen, dieses Urtheil zu verwerfen. Vielmehr wird sich unsere 
Aufmerksamkeit auf die Lobsprüche richten müssen, Welche zwei Werken vor 
allen anderen ertheilt werden: der sterbenden lokaste und dem Bilde des 
Apollodor. Die erstere ist ein Gegenstand, Welcher eine pathetische Auffassung 
fast mit Nothwendigkeit voraussetzt. Ueber Apollodor und sein Bild aber 
berichtet Plinius Folgendes: Dieser Künstler habe sich vor allen anderen durch 396 
eine übertriebene Sorgfalt und durch die missgünstige Beurtheilung seiner eigenen 
Werke hervorgethan, und deshalb häufig fertige Bilder vernichtet, weil er sich 
in seinem künstlerischen Eifer nie zu genügen vermochte, aus welchem Grunde 
ihm der Beiname des Tollen (insanum) gegeben worden sei.- Diesen Charakter 
aber habe Silanion in seinem Portrait wiedergegeben, und nicht einen Menschen 
aus Erz, sondern ein Bild der Zornsucht dargestellt. Das in den letzten Worten 
ausgesprochene Urtheil über Silanion ist offenbar eines von denjenigen, welche 
O. Jahn 3) als aus griechischen Epigrammen hergeleitet überzeugend nach- 
gewiesen hat, und im Ganzen Vorsichtig zu benutzen empfiehlt, da sie meist 
VII, 
praef. 
B012 
sächs. 
Ges. 
1850, 
118.
        

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