Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Bildhauer
Person:
Brunn, Heinrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1194573
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1197610
Bildhauer. 
gendes zu lesen verschlägt: [IIaÄÄ]oZöo[g] Zsßnsüg] [Auloiargarhg] Ba-rrfösv, 
oder [ö ösfvcc Avhrtargodrov] Barrjäev, wobei freilich die Fassung der Inschrift, 
namentlich das Voranstehen des Götternamens, erst einer besonderen Recht- 
fertigung bedarf. 
Wir sahen schon oben, dass dem Kephisodot allein die Statuen der llIyro 
und Anyte beigelegt wurden. Dasselbe ist der Fall bei den Werken, welche 
Plinius (36, 241) anführt: "Berühmt ist sein ausgezeichnetes Symplegma in Per- 
gamus, an welchem die Finger sich vielmehr in den Körper als in den Marmor 
zu drücken scheinen. Zu Rom befinden sich von ihm Latona im palatinischen 
Tempel, Venus unter den Monumenten des Asinius Pollio, und innerhalb des 
Porticus der Octavia im Tempel der Juno Aesculap und Diana." Diese 
Werke waren in Marmor gebildet. In dem Buche über die Erzgiesser aber führt 
Plinius (34, 87) auch Philosophenstatuen von Kephisodot an. 
Unter diesen Werken ist eins besonders geeignet, zu zeigen, in welchem 
Sinne Kephisodot „dex Erbe der Kunst seines Vaters" war: das Symplegma 
zu Pergamusi. Denn gewiss mit Recht hat Welcker (Alt. Denkm. I, S. 317) 
394 gegen diejenigen, welche in demselben das Original der florentiner Ringergruppe 
erkennen wollten, geltend gemacht, dass es sich hier nur von einem erotischen 
Symplegma handeln könne, in dem Sinne, wie. Martial (XII, 43, 9) den Aus- 
druck gebraucht. So genommen zeigt sich die Gruppe recht eigentlich "als 
Wirkung und Fortschritt, als eine merkwürdige, aber natürliche Ausartung der 
Kunst des Praxiteles"; und die Bewunderung, welche die Darstellung des Ein- 
druckes der Finger in das Fleisch hervorrief, kann uns nur zum Beweise dienen, 
dass hier an die Stelle zarter Weichheit und des sinnlichen, aber immer noch 
keuschen Reizes bereits Ueppigkeit und der Ausdruck der blossen Wollust 
getreten war. 
[Auf einer Büste oder Herme der Villa Negroni sah Winckelmann (VI, II, 
S. 166) die Inschrift: 
EYBOYÄEYC 
TIPAEITEÄOYC 
G. I. Gr. n. 6148. 
Es berechtigt uns indessen nichts, weder diesen Eubuleus für einen Sohn 
des Künstlers Praxiteles, noch ihn selbst für einen Künstler zu halten] 
Papylo s. 
Von diesem Künstler, Welchen Plinius (86, 34-) einen Schüler des Praxi- 
teles nennt, sah man unter den Monumenten des Asinius Pollio einen Juppiter 
Hospitalis. Dass sein Name Papylos war, nicht Pamphilos, wie früher gelesen 
wurde, lehren ausser der Barnberger auch die Spuren anderer Handschriften. 
Silanion. 
Er war nach Pausanias aus Athen gebürtig, und wird von Plinius (84, 514) 
in die 113te Olympiade gesetzt, mochte aber schon früher thätig' sein, da er 
selbst ein Bild des Plato  O1. 108, 1), sein Schüler Zeuxiades das des Redners 
Hyperides  114, 3) machte. 
Von seinen Werken ist eine nicht unbedeutende Zahl bekannt: 
Ein vorzüglicher A c h i l 1 e s: Plin. 34, 
T h e s e u s in Athen: Plut. Thes. 4-.
        

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