Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Bildhauer
Person:
Brunn, Heinrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1194573
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1197262
griechische 
Die 
äusserer Wahrheit. 
nach 
Streben 
Kunst in ihrem 
241 
bewiesen scheint, so möchten dieser Gornposition wohl eher die Statuen des 
Praxiteles, als die der genannten älteren Künstler zu Grunde liegen. 
Ein Krieger neben seinem Ross auf einem Grabmal am Thore von 
Athen, wo man vom Peiraeeus kommt: Paus. I, 2, 3. 
 Ein Wagenlenker zu einem Viergespann des Kalarnis, damit dieser 
Künstler, so ausgezeichnet in Bildung der Rosse, nicht in Darstellung der mensch- 
lichen Figur unbedeutend erscheine: Plin. 34, 71. 
Auf eine Portraitfigur bezieht sich auch die zu Anfang mitgetheilte 
Inschrift aus Thespiae.  
[Im Jahre 1828 fand man bei Crest (Depart. de la Dröme) die Büste eines 
bärtigen alten Mannes in halber Lebensgrösse mit der Inschrift: 
EIBYKOC 
HPAEITEAHC 
EÜOIE 
Die Arbeit gehört der Zeit des Verfalles, etwa dem dritten Jahrhundert n. Ch. Geb. 
an; und die Büste könnte also nur eine Copie nach Praxiteles sein: Long in 
den Memoires presentäs par divers savants ä Pacad. des inscr. II. serie, vol. II, 
Paris 184-9, p. 354.  Ueber YVerke des Praxiteles im Porticus der Octavia vgl. 
unter Pasiteles.  Die Existenz einer Inschrift 
FPAIITE AHZ 
EPOIHZEN 
welche bei dem Monument des Lysikrates in Athen gefunden sein sollte, um 
die Sculpturen desselben dem Praxiteles beizulegen, leugnet Rangabe Rev. 
arch. II. ann. p. 1123.] 
Marmorne Werke im Kerameikos zu Athen nennt Plinius (36, 20) 
ohne Bezeichnung des dargestellten Gegenstandes. Vielleicht sind die aus Pau- 
sanias (I, 2, 4-) bereits angeführten Statuen der Demeter, Persephone und des 
Jakchos gemeint. 
Ebenso unzulänglich drückt sich Strabo (XIV, p. 641 B) aus, wenn er von 
dem Altar der Artemis zu Ephesos sagt, er sei erfüllt mit Werken des 
Praxiteles. 
Erwähnt wurde bereits, dass nach Vitruv (VII, praef. g 13) Praxiteles auch 
am Mausoleum gearbeitet haben soll; sowie, dass bei den Niobiden und 
einem Janus das Urtheil der Alten schwankte, ob diese Werke dem Skopas 
oder Praxiteles beizulegen seien: Plin. 36, 28. Dass ein Epigramm der An- 
thologie (Anall. lll, p. 2141, n. 298) und ein anderes des Ausonius (epitaph. n. 28) 
die Niobiden dem Praxiteles ohne Weiteres beilegen, genügt natürlich zur Be- 
seitigung dieser Zweifel keineswegs. 
Wenn Theophrast in seinem Testamente die Vollendung einer Statue des 
Nikomachos verfügt, für welche Praxiteles seine Bezahlung schon erhalten habe 
(Diog. Laert. V, 2, 14), so hindert die Zeit des Theophrast, Welcher erst Ol. 123, 2 
starb, hier an den bekannten Praxiteles zu denken. 
Dass der eine der Kolosse auf Monte cavallo in Rom so wenig ein Werk 
des Praxiteles, als der andere des Phidias sein kann, ist jetzt als ausgemacht 
anzunehmen.  Die Nachricht des Zygomalas über zwei Pferde des Praxiteles 
in Athen, welche Sillig nicht einzusehen Gelegenheit hatte, Endet sich in einem 
Brunn, Geschichte der griechischen Künstler. 2. Aufl. 16
        

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