Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Bildhauer
Person:
Brunn, Heinrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1194573
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1197244
griechische 
Die 
Kunst 
ihrem 
Strelx 
nach 
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Wahrheit. 
239 
Eine fragmentirte Gruppe der Aphrodite und des Eros im Louvre 
(Clarac cat. n. 185), auf welcher sich der Name des Praxiteles findet, kann nur 
eine Gopie nach einem YVerke dieses Künstlers sein. 
Peitho und Paregoros im Tempel der Aphrodite Praxis zu Megara: 
Paus. I, 43, 6. 
Bilder des Eros haben wir folgende zu unterscheiden: 341 
Den berühmten zu Thespiae, dargestellt als Knaben in der Jugend- 
blüthe (Luc. Amor. 11 u. 17) mit vergoldeten Flügeln (Julian. or. lI, p. 54 
C. Spanh). Als Stoff des Bildes giebt Pausanias (IX, 27, 3) ausdrücklich pen- 
telischen Marmor an, und auch bei Plinius (36, 22) wird er unter den Marmor- 
werken genannt (vgl. Anall. I, G, n. 11-12). Es ist daher in einem Epigramrne 
des Aegypters Julian (Anall. lI, p. 496, n. 12) "gewiss nur aus Unkunde von  
Erz die Rede. Nach Thespiae soll diesen Eros Phryne geweiht haben, in deren 
Besitz er durch die früher erwähnte List gekommen war gvgl. auch die Epi- 
gramme: Anall. 1, p. 143, n. 84; p. 164, n. 40; ll, p. 14, n. 3; p. 279, n.   
Strabo (IX, p. 410) und der Scholiast des Lncian (Amor. 17) nennen an ihrer 
Stelle die Glykera. In Thespiae befand er sich noch zu Cicerds Zeit (in Verr. IV, 2, 4). 
Erst Galigula brachte ihn nach Rom; Glaudius gab ihn indessen wieder zurük; 
allein schon Nero entführte ihn wieder und stellte ihn im Porticus der Octavia 
auf, wo er unter Titus verbrannte (Plin. Pans. ll. ll. vgl. Dio Cass. 5G, 24). 
Pausanias sah daher in Thespiae nur eine Copie von einem athenischen Künstler 
Menodoros. Irrthtimlich giebt Plinius an, dass Gicero dem Verres den Raub 
dieses Bildes vorgeworfen habe, da dieser (in Verr. IV, 2, 4) vielmehr nur er- 
wähnt, dass Mumrnius, als er andere Statuen aus Thespiae wegführte, den Eros 
als ein geweihtes Bild nicht angerührt habe. 
Das von Verres geraubte Bild, ebenfalls aus Marmor, soll nach Cicero eine 
dem thespischen verwandte Darstellung des Gottes gewesen sein, und befand 
sich vorher im Priviatbesitz des Mamertiners Heius in Messana, welcher es schon 
früher einmal zur Verherrlichung einer Festlichkeit einem Aedilen G. Claudius 
nach Rom geliehen hatte. 
Von diesem ist ferner ein dritter nackter Eros aus Marmor zu Parion in 
der Propontis zu unterscheiden, welcher mit der knidischen Aphrodite die hohe 
Vortrefflichkeit, sowie das Geschick gemein hatte, dass er durch wahnsinnige 
Liebe beileckt wurde: Plin. 3G, 23. Dass Plinius diesen allein neben dem thes- 
pischen nennt, ist kein Grund, ihn für" identisch mit dem Bilde im Besitze des 
Heius zu halten. Wir kennen sogar noch andere Bilder des Eros, welche dem 
Praxiteles beigelegt werden, nemlich: zwei eherne, welche Callistratus (stat. IV 
und XI) ausführlich beschreibt. Der eine war dargestellt als junger, blühender 342 
Knabe mit Flügeln. Er bog seine Rechte über den Scheitel, hielt in der anderen 
Hand den Bogen empor und liess das Gewicht des Körpers auf der linken Seite 
ruhen. Das Haupt war von blühendeni Lockenhaar beschattet. An dem an- 
deren lobt Gallistratus die zarte Bildung des jugendlichen Körpers, den lieb- 
reizenden Ausdruck der Augen, die reiche Fülle des Haares, Welches nach 
den Augenbrauen überhängend durch ein Band zusammengehalten wurde. Als 
Ort der Aufstellung dieses zweiten Bildes wird die Akropolis (von Athen?) an- 
gegeben. 
        

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