Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Bildhauer
Person:
Brunn, Heinrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1194573
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1197236
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Bildhauer. 
„Maenades, et quas Thyadas vocant et Caryatidas, et Sileni" 
aus MEIFIIIOF, in Rom unter den Monumenten des Asinius Pollio: Plin. 36, 23. 
Ob diese Bilder ursprünglich bestimmt waren, sämmtlich oder theilweise zu- 
sammen aufgestellt zu werden, lässt sich nicht entscheiden. Auf Silene allein 
bezieht sich ein Epigramm des Aemilianus (Anall. II, p. 275). 
Ein bocksfüssiger Pan mit dem Schlauch auf den Schultern, Nymphen 
und Danaö, aus parischem Marmor, bekannt durch zwei Epigramme: Anall. II, 
p. 383, n. 4; III, p. 218, n. 315. In welcher Verbindung Danae mit den übrigen 
Figuren zu denken ist, vermag ich nicht anzugeben. 
Unter den Bildern der Aphrodite gebührt der knidischen die erste 
Stelle: Plin. 36, 20; vgl. 7, 127; Lucian. Amor. 13-14. Plinius sagt von ihr, 
sie sei nicht nur unter den Statuen des Praxiteles die berühmteste, sondern 
unter den Kunstwerken der ganzen Erde. Ja, als der König Nikomedes sie von 
den Knidiern gegen Uebernahme ihrer ganzen, nicht unbeträchtlichen Staats- 
scliuld kaufen wollte, hätten diese um keinen Preis das Bild hergeben Wollen, 
durch Welches Knidos erst berühmt geworden sei. Die Statue war aus Marmor 
gebildet (Lucian a. a. O. spricht von parischem, im Jupp. trag. 10 von pen- 
340 telischem), und so aufgestellt, dass man ihre Schönheit von allen Seiten be- 
wundern konnte. Nach Münzen der Knidier, mit welchen einige uns erhaltene 
Statuen übereinstimmen, war sie nackt und deckte mit der einen Hand ihre 
Schaam, während sie mit der anderen das neben ihr auf einer Vase liegende 
Gewand ergriff (Müll. u.,Oesterl. Denkm. l, 35, Fig. 14-13  Ueber die Formen 
und den Ausdruck ist später ausführlich zu handeln. Die Alten behaupteten, 
dass der Künstler bei ihrer Bildung schöne Hetaeren als Modell benutzt habe, 
weshalb sie Athenagoras (leg. pr. Christ. 14, p. G1 Dechair) geradezu ärccioa 
nennt. Von der Phryne spricht Athenaeus (XIII, p. 591 A. B. vgl. 585 E); von 
der Gratina Glemens Alexandrinus (protr. pÄ 16) und Arnobius (adv. gent. VI, 13), 
welcher aus Posidipp schöpfte. Viel wussten ferner die Alten von der wahns 
sinnigen Liebe zu erzählen, welche ein Jüngling: zu dem Bilde gefasst hatte: 
Plin. l. l. Lucian Amor. 15 sqq. Valer. Max. VIII, 11, ext. 4; vgl. Philostr. Vita 
Apollon. VI, 17. In später Zeit soll es nach Konstantinopel in den Palast des 
Lausos versetzt worden und bei dem Brande desselben zu Grunde gegangen 
sein: Cedren. ann. p. 3221). 
Aphrodite, welche die Koer aus religiösem Gefühle wegen der Be- 
kleitlung (Velata Specie) der nackten knidischen vorgezogen hatten, als ihnen 
vom Künstler die YVahl zwischen beiden gelassen war: Plin. l. l. 
Aphrodite, wie die beiden vorigen, aus Marmor, zu Thespiae neben 
dem Bilde der Phryne aufgestellt: Paus. IX; 27, 5. 
Aphrodite aus Erz. Vor dem Tempel der Felicitas aufgestellt, ver- 
brannte sie mit diesem Gebäude unter Glaudius. Plinius stellt sie der auf der 
ganzen Erde berühmten marmornen der Knidier gleich: 341, G9. 
Aphrodite zu Alexandria am Latmosin Karien: Steph. Byz. s. v. HÄE" 
Edvöpsßat. 
signa 
Unklar sind mir folgende Worte des Plinius (36, 22): Sunt in Cuido insula et alia 
neu maius aliud Veneris Pmxlteliae speoilnexx, quam qllnd lnter haec sola lnenwratul".
        

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