Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Bildhauer
Person:
Brunn, Heinrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1194573
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1196922
griechische 
Kunst 
ihrer 
öchsten 
geistige 
Entwickelung. 
207 
verhielt es sich in dem sogenannten korinthischen Kriege (Ol. 96, 3-98, 2), in 
Welchem die Thebaner auf der entgegengesetzten Seite mit den Argivern und 
Athenern gegen die Lakedaemonier kämpften. Freilich ist auch in diesem 295 
Kriege von einer Schlacht bei dem argivischen Orte Oenoe nichts überliefert; 
und was ich früher 1) darüber vermuthete, muss ich nach genauerer Würdigung 
der Nachrichten Xenophons 2) selbst in Zweifel ziehen 3). Doch ist Wenigstens 
S0 viel sicher, dass in diesem Kriege das Glück nicht immer auf Seiten der 
Lakedaemonier war. Ausserdem ist es. in diesem Falle erklärlich, nicht nur, 
Weshalb die Argiver thebanischen Künstlern das Werk auftrugen, sondern auch 
weshalb ein Gegenstand gewählt wurde, welcher dem thebanischen und argivi-  
Schen Sagenkreise gemeinsam war: der Zug der Sieben, durch welchen die 
Argiver nach ihrer Auffassung den rechtmässigen Herrn von Theben in sein 
Recht einzusetzen beabsichtigten. 
Ob Aristogeiton, der bei Pausanias und in der delphischen Inschrift an 
zweiter Stelle genannt wird, Genosse oder Schüler des Hypatodoros war, lässt 
sich nicht ausmachen. Der letztere scheint indessen der berühmtere gewesen 
zu sein. Plinius nennt ihn allein; und ihm ward auch sonst noch ein berühmtes 
Werk beigelegt: das eherne Bild der Athene zu Aliphera in Arkadien „sehens- 
werth wegen der Grösse und wegen der Kunst", wie Pausanias sagt: VIII, 26, 7. 
Auch Polybiuset) preist es wegen seiner Schönheit und Grösse und nennt es 
eines der grossartigsten und kunstvollsten Werke. Bei ihm wird der Künstler, 
wohl nur durch ein Versehen in den Handschriften, Hekatodoros genannt, der 
es in Gemeinschaft mit Sostratos gemacht habe. Unter den verschiedenen 
Künstlern dieses Namens werden wir zunächst an den Ghier denken, welcher 
als einer der späteren Nachfolger des Aristokles von Sikyon angeführt wurde 
und zwischen Ol. 90 und 100 lebte. Denn später als diese Zeit wird auch das 
Bild der Athene nicht gemacht sein, da Ol. 102, 2 ein grosser Theil der 
Bewohner von Aliphera nach Megalolaolis übersiedelte, und der Ort dadurch 
zur Unbedeutendheit herabsank. Doch müssen wir auch zugeben, dass So- 
stratos ein uns unbekannter thebanischer Künstler sein kann; und es ist z. B. 
in der thebanischen Künstlerinschrift von einem Nikon als Sohne eines So- 
strotos die Rede, welcher letztere ebenfalls Künstler sein könnte, und als ein 296 
Thebaner gewiss besser, als ein Ghier zum Genossen des Hypatodoros sich 
eignen würde. 
An dron. 
Tatian (or. in Gr. 58, p. 119 Worth) nennt als sein Werk das Bild der 
Harmonia, der Tochter des Ares und der Aphrodite, also eine dem thebanischen 
Mythenkreise angehörige Gestalt. Dies, in Verbindung mit der thebanischen 
Künstlerinschrift, giebt uns das Recht, Andron als Thebaner zu betrachten. 
Kaphisias.  
Zufolge einer Inschrift von Tanagra (GI. Gr. 1582) machte er eine Statue 
des Phorystas, der im Heroldswettkampfe bei Spielen des Zeus gesiegt hatte: 
 
lib 
temp. 
IV 
vgl. 
Bull. 
delP 
Inst. 
185 
184.
        

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