Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Bildhauer
Person:
Brunn, Heinrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1194573
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1196873
llessene. 
Nur zwei Künstler aus diesem Lande sind uns bekannt. Die Kunstrichtung 
des einen verbietet uns aber, ihn mit den übrigen Künstlern des Peloponnes 
gemeinsam zu behandeln. 
Damophon. 
Pausanias, dem wir allein die Nachrichten über diesen ausgezeichneten 
288 Künstler verdanken, nennt ihn den einzigen Messenier, welcher in der Bildung 
von Götterstatuen Würdiges geleistet habe: VIII, 31, 10. Werke von seiner 
Hand laefanden sich zu Messene, Aegion und Megalopolis. Wir beginnen die 
Aufzählung mit denen in seiner Vaterstadt: Paus. IV, 31. Ein merkwürdiges 
Bild der Göttermutter, aus parischem Marmor, g 6. Die Artemis La- 
phria, ä 7; sie war, wie die Vergleichung einer andern Stelle (VIII, 18, 7) 
lehrt, jagend dargestellt. Im Tempel des Asklepios viele und besonders 
sehenswerthe Bilder, g 10, nemlich: eine Gruppe des Gottes und seiner Kinder, 
d. h. wahrscheinlich seiner Söhne Machaon und Podaleirios, welche auch in dem 
g 12 beschriebenen Gemälde des Omphalion dargestellt waren. Von dieser Gruppe 
abgesondert standen die Bilder des Apollo, der Musen, des Herakles, der Stadt 
Theben, des Epaminondas, der Tyche (etwa der Stadtgöttin von Messene?) und 
der Artemis Phosphoros. Diese Werke waren aus Marmor, bis auf das stählerne 
Bild des Epaminondas, welches auch nicht von der Hand des Damophon war. 
Zu Aegion befand sich ein Bild der Eileithyia, oben vom Haupte 
bis auf die Füsse mit einem dünnen Schleier (üqactoyan Äsnrqi) verhüllt, ein 
Xoanon bis auf das Gesicht und die hervortretenden Theile der Hände und 
Füsse, welche aus pentelischem Marmor gebildet waren. Von den Händen war 
die eine gerade ausgestreckt (äg 21331) äurärarat), die andere hielt eine Fackel 
empor.  Nicht weit von dem Heiligthume der Eleithyia war ein anderes des 
Asklepios, und darin die Bilder des Gottes und der Hygieia, Werke des 
Damophon nach der iambischen Inschrift der Basis: VII, 23, 5-7. 
Besonders reich an Werken dieses Künstlers war aber Megalopolis, VIII, 31, 1. 
 Am Ende einer Säulenhalle befand sich ein heiliger Bezirk der grossen Göttinnen, 
der Demeter und Kore, oder, wie die Arkader sie nennen, der Soteira. 
Vor dem Eingange stehen in erhobener Arbeit auf der einen Seite Artemis, auf 
der andern Asklepios und Hygieia. Von den grossen Göttinnen ist die 
Demeter ganz aus Stein, an der Soteira ist die Bekleidung aus Holz gebildet; 
gross ist jedes der Bilder wohl fünfzehn Fuss.    (Hier findet sich eine Lücke 
im Texte, die wegen des Folgenden wahrscheinlich so auszufüllen ist: „sie sind 
Werke des Damophon", worauf Pausanias fortfährh) und vor ihnen stellte er 
289 Mädchen von geringer Grösse auf, in Röcken, welche bis auf die Knöchel her- 
abreichen; auf dem Kopfe trägt jede von ihnen einen Korb mit Blumen. Man 
sagt, es seien die Töchter des Damophon; andere, welche etwas Göttlicheres 
in ihnen vermuthen, halten sie für Athene und Artemis, welche mit der 
 Persephone Blumen lesen. Auch ein Herakles steht neben der Demeter, 
etwa eine Elle hoch. Diesen Herakles nennt Onomakritos in seinen Ge- 
sängen einen der sogenannten idäischen Daktylen. Davor steht ein Tisch, 
auf dem in Relief zwei Horen, Pan mit der Syrinx, und Apollo, die Cither
        

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