Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Bildhauer
Person:
Brunn, Heinrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1194573
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1196844
Die 
Kunst in 
griechische 
ihrer 
Entwickelung. 
geistigen 
öehsten 
199 
nungen über (las dritte Werk des Künstlers richtig sind. Wir lassen jedoch 
hier zuerst die ausführliche Beschreibung desselben folgen, g 5: „Die Weih- 
geschenke der Tegeaten wegen der Lakedaemonier bestehen in Apollo und 
Nike, und einheimischen Heroen, nemlich Kallisto, der Tochter des Lykaon, 
und Arkas, welcher dem Lande den Namen gegeben hat, den Söhnen des 
Arkas, Elatos, Apheidas und Azan, dazu auch Triphylos, endlich Erasos, des 
Triphylos Sohne. Von diesen Bildern machte Pausanias von Apollonia den 
Apollo und die Kallisto; die Nike und des Arkas Bild Daedalos aus Sikyon; 
den Triphylos und Azan der Arkader Samolas; Antiphanes aus Argos den Ela- 
tos, Apheidas und Erasos. Diese Geschenke weiheten die Tegeaten nach Delphi, 
als sie die Lakedaemonier, welche gegen sie gezogen waren, zu Gefangenen 
gemacht hatten." Die letzten XVorte scheinen auf die Niederlage anzuspielen, 
welche die Lakedaemonier unter (lharilaos, also vor Beginn der Olympiaden, 
bei Tegea erlittenl). Allein wenn sich auch in der YVeihinschrift eine Hin- 284 
deutung auf jene alte Begebenheit finden mochte, so ist es doch nicht glaub- 
lich, dass die Statuen Jahrhunderte nach derselben errichtet seien, ohne dass 
eine bestimmte Veranlassung dazu, eine YViederholumg einer ähnlichen That- 
sache, vorhanden gewesen wäre. Um aber den Zeitpunkt zu finden, wann 
dies geschehen sein möge, hat Müller?) auf die Statue des Triphylos hinge- 
wiesen, durch welche es Wahrscheinlich werde, dass das Weihgeschenk auf- 
gestellt sei, als sich die Triphylier zu Arkadien rechneten, nemlich nach Ol. 
103. Allein wir ersehen aus Diodor XV, 77 wohl, dass damals Triphylien zu 
Arkadien gehörte, aber nicht, dass dies erst seit dieser Zeit der Fall war, wo 
nur von Seiten der Eleer der Versuch gemacht ward, es wieder loszureissen 3). 
Dagegen war es eine Hauptforderung der Lakedaemonier in den Kriegen mit den 
Eleern gegen das Ende der 94sten Olympiade, dass den triphylischen Städten 
ihre Freiheit wiedergegeben werde; und diese Forderung wurde auch schliess- 
lich beivilligt 4). Der von Müller angenommenen Zeit werden wir indessen 
durch andere Gründe wieder naher geführt. Ol. 102, 4 nemlich befanden sich, 
wie wir aus Diodor-l) wissen, die Arkader im Kriege mit den Lakedaemoniern, 
und brachten ihnen unter Führung des Lykomedes, welcher Mantineer oder Te- 
geat (i) genannt wird, bedeutende Verluste bei. Sodann verwüsteten sie mit den 
Thebanern gemeinsam Lakonien und überfielen nach deren Abzug Pellene in 
Lakonieni). Diese günstigen Erfolge boten gewiss hinreichende Veranlassung 
zur Aufstellung eines NVeihgeschenkes in Delphi. Freilich nahmen an diesen 
Kämpfen ausser den Tegeaten auch die tibrigen Arkader Theil: aber die YValII 
der dargestellten Heroen zeigt deutlich, dass das Weihgeschenk ebensowohl ein 
arkadisches im Allgemeinen, als ein tegeatisches war; und die Tegeaten waren 
vielleicht nur deshalb vorzugsweise genannt, weil sie den Oberbefehl führten. 
 Sind diese Vermutliungen begründet, so müsste Antiphanes noch gegen Ol. 
103 am Leben gewesen sein; und diese Bestimmung bietet keine Schwierig- 
keiten, sofern wir annehmen, dass das Boss der Argiver erst einige Zeit nach 935 
4. 
30 
n, 
17 
372. 3)vg1. 
34; Paus. III,
        

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