Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Bildhauer
Person:
Brunn, Heinrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1194573
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1196837
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Bildhauer 
älteren oder dem jüngeren Polyklet loeizulegen 'seien (s.  [Ein Bild des 
Alkibiades, von dem Sillig spricht, haben wir schon früher als ein Werk 
des Polykles bezeichnet]  
Ich habe absichtlich bis hierher die Betrachtung einer Stelle des Pausa- 
nias verschoben, in der es von zwei ehernen Bildern der Hekate zu Argos heisst: 
rd yäv Uoliixleirog Enoivyoe, 1d öä döslcprlg TIoÄvxÄsl-rov NCZUXÜÖT]Q Jlrlddmvog: 
II, 22, 7. So stehen die Worte in fast allen Handschriften, während wenig- 
stens eine, so wie die älteren Ausgaben rd de dösltgodg Hspßzlslrov darbieten. 
Ein Künstler Perikleitos, oder richtiger Periklytos, wird an einer anderen Stelle 
von Pausanias als Schüler des älteren Polyklet genannt: V, 17, 4. Nach der 
ersten Lesart wäre also Naukydes entweder der Bruder des älteren und, wie wir 
früher schon sahen, Lehrer des jüngeren Polyklet; oder Bruder und Lehrer des 
jüngeren zugleich. Nehmen wir dagegen einmal den Namen des Perikleitos 
als richtig an, so werden wir auch am Anfange: rd gzäv Hegizletrog schreiben 
und die Erwähnung des Polyklet ganz beseitigen müssen. Eine Vermittelung 
zwischen diesen verschiedenen Möglichkeiten hat Müller (Hdb. d. Arch. g 112) 
dadurch erstrebt, dass er zu schreiben verschlägt: rd gzäv IIoÄüxÄstrog, i'd es 
Ilsgixlstrog Enoimrs, rd die döslrpdg Hsptzlsirov Navxüövyg. Auf diese YVeise 
würden wir (auch von einem späteren marmornen Bilde der Hekate von Sko- 
pas abgesehen) drei Bilder dieser Göttin erhalten, was bei der Wichtigkeit der 
Dreizahl in dem Mythos der Hekate keineswegs ohne Bedeutung ist. Aber  
gestehen wir es nur offen  auch diese Vermuthtuig" kann so Wenig, als die 
anderen eine unbedingte Geltung für sich in Anspruch nehmen. YVie aber auch 
die Entscheidung fallen möge, so wird auch dadurch unser Wissen über die 
betreffenden Künstler nicht bedeutend erweitert. 
Perikleitos 
oder, nach der Mehrzahl der Handschriften, Periklytos ist, da. wir in der obigen 
283 Stelle keine Entscheidung wagen, nur aus einer tinbezweifelten Erwähntmg- 
des Pausanias bekannt: V, 17, 1. Lehrer des Kleon aus Sikyon nämlich war 
Antiphanes, ein Künstler aus der Schule des Periklytos, der wiederum den 
älteren Polyklet zum Lehrer hatte.  Von  
Antiphanes 
aus Argos, dem Schüler des Periklytos, führt Pausanias drei YVerke an, die 
sich sämmtlich in Delphi befanden: X, 9. Die Dioskuren unter dem grossen 
Weihgeschenke der Lakedaemonier sind bereits angeführt, und zeigen, dass 
der Künstler schon gegen Ol. 94- thätig war. Das zweite Werk (S 12) war ein 
Bild des trojanischen Pferdes aus Erz, welches die Argiver wegen des 
Sieg-es über die Lakedaemoiuier bei Thyrea aufgestellt hatten. Pausanias nennt 
unter Hinweisung auf ein Orakel der Sihylle diesen Sieg zweifelhaft und un- 
entschieden, indem er wahrscheinlich an jenen Kampf der 58sten Olympiade 
dachte, welcher durch Othryades berühmt geworden ist. Allein'Thucydides 
berichtet VI, 95, dass die Argiver Ol. 91, 3 in das benachbarte thyreatische 
Gebiet einiielen und den Lakedaemoniern viele Beute abnahnien, welche für 
nicht weniger als 25 Talente verkauft wurde. Auf diesen späteren Sieg" wird 
also das Bronzepferd des Antiphanes sich beziehen. Aufgestellt wurde es in- 
dessen vielleicht erst einige Jahre später, sofern die chronologischen Berech-
        

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