Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Bildhauer
Person:
Brunn, Heinrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1194573
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1196777
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Bildhauer. 
Deinomenes. 
Unter den Künstlern der {lösten Olympiade nennt Pliniusl) auch den 
Deinomenes, und führt 2) die Bilder des Protesilaos und des Ringers 
Pythodemos als seine YVerke an. Pausanias 3) aber sah von seiner Hand 
auf der Akropolis die Statue der I0 und Kallisto. Ehendaselbst hat man 
auch die Basis eines unbekannten Weihgeschenkes mit dem Namen des 
Künstlers grefundeni4): 
METPOTIMOZ ANEGHKE OHGE 
AEINOMENHZ EHOIHZEN 
Ein Bild der Königin der Paeonier, Besantis, Welche einen schwarzen Knaben 
geboren hatte, erwähnt Tatian als Werk des Deinomenes 5).  Dass auf ihn 
274 ein Epigramm des Leonidas von Tarent 6) mit Unrecht bezogen worden ist, 
hat schon Sillig bemerkt.  
Eukleides. 
Er wird von Pausanias zweimal, und zwar ausdrücklich als Athener 
erwähnt. Zu Aegeira in Achaia befand sich von ihm eine sitzende Zeus- 
statue aus pentelischem Marmor: VII, 2G, 41. Zu Bura, ebenfalls in Achaia, 
waren von seiner Hand die Bilder in den Tempeln der Demeter, der 
Aphrodite und des Dionysos, und der Eileithyia. Sie waren aus pente- 
iischem Marmor gearbeitet, die Demeter aber bekleidet: VII, 25, 9. Bura ward 
O1. 101, 4- (vg'l. ä 2) von einem Erdbeben gänzlich zerstört, so dass nicht einmal 
die Götterbilder tibrig blieben. Die des Eukleides müssen daher später, vielleicht 
aber bald nachher bei dem YViederaufbau der Stadt gemacht werden sein. 
Piolygnot und Mikon, die beiden berühmten Maler sollen auch Bild- 
hauer gewesen sein. Ersteren erwähnt als solchen Pliniusl) ganz kurz unter 
den aequalitate celebrati artitices, sed nullis operum suorum praecipui. Von 
Mikon sagt Plinius S), er sei durch Athletenbilder bekannt. Da es nun auch 
einen Bildhauer dieses Namens aus Syrakus in der 140sten Olympiade gab, so 
hat Sillig die Erwähnung des Plinius auf diesen bezogen. Allein gerade von 
dem athenischen Maler führt Pausanias 9) die Statue eines Pankratiasten Kallias 
an, Welcher Ol. 77 zu Olympia siegte. Ausserdem hat man den Namen des 
Mikon in der fragmentirten Inschrift einer Ehrenbasis auf der Akropolis zu 
Athen wiederfinden wollen 10): 
NEOEK 
 AIOZ  
ENAIOZ 
MEFAAOZ 
wION  
ANOMAXO 
 EPOIEZE 
Der fragmentirte Buchstabe vor der Endung ON in dem Künstlernamen scheint 
indessen keineswegs ein K sondern ein N zu sein; und wir haben es daher 
hier mit einem unbekannten Künstler etwa aus der Zeit des Mikon zu thun. 
5) ad Gr. 53, p. 116 ed. Worth. 
[VL G, 1.] 10') Raoul-Rochette 
Revue arch. III, p. 235.
        

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