Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Bildhauer
Person:
Brunn, Heinrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1194573
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1196720
griechische 
ihrer 
Kunst in 
ichste 
geistigen 
Entwickelung. 
187 
und neben demselben auf einer Basis eine jugendliche Figur, die, mit dem 
Oberen Körper nach dem Altar herübergelaogen, mit vollen Backen die Flammen 
anzufachen scheine, so erhalte man nicht nur das schönste Ensemble, sondern 
es sei auch die dienende Stellung des Arbeiters auf das angemessenste ange- 
deutet, er erscheine gleichsam dem höheren Dienste der rettenden Göttin ge- 
wreiht. Die Flamme selbst aber sei ebensowenig, als die Eingeweide, in dem 
Kunstwerke selbst dargestellt gewesen, und der Name Splanchnoptes für das- 
selbe nur gewählt, um den Eindruck, den es auf den Beschauer hervorbrachte, 
passend zu bezeichnen.  Ich habe, um nicht ungerecht zu erscheinen, die An- 
sicht Bergläs ausführlich mitgetheilt, holfe aber, einer weiteren Ausführung der 
Gründe mich überheben zu dürfen: Weshalb ich sie für nichts, als ein Spiel 
mit Vermuthungen, welches keine feste Ueberzeugnng- zu gewithren vermag, 
halten kann. Das Wichtigste bleibt ftir unsere Zwecke immer das XVerk des 
Styppax selbst, welches eine grosse Aehnlichkeit mit dem Räucherknaben des 257 
Lykios, dem Gegenstands, wie der Auffassung nach, verräth. XVir wollen die 
Frage nicht aufwerfen, wem die Priorität der Erfindung gebühre. Denn gewiss 
haben beide Künstler auf gleiche YVeise die Anregung zu ihren Schöpfungen 
von einem und demselben Punkte aus erhalten, nemlich aus der Lehre und 
den Werken des Myron. 
Strongylion. 
Auf der Akropolis von Athen, unweit der Propylaeen, sah Pausanias 1) das 
sogenannte hölzerne (trojanische) Pferd aus Erz gebildet, aus welchem lVIe- 
nestheus und Teukros, sowie auch die Söhne des Theseus, hervorschauten. Dass 
sich eine Anspielung auf dieses Kunstwerk schon bei Aristophanes?) findet, 
bemerkt der Scholiast desselben, und theilt uns, zugleich die Weihinschrift mit: 
{Ycugäöwyizog Eüayyälov äx Koilnyg ctvääqxs. Den Namen des Künstlers Stron- 
gylion haben wir erst durch die 1840 wiedergjefundene Inschrift der Basis kennen 
gelernt 3): 
XAIPEAEMOE EY JVVXELOTEKKOILEE ANEOEKEN 
[ETPOAAYLIONEPOIEEEN 
Der Fundort, in der Nähe der inneren Südecke der Propylaeen, so wie der 
erste Theil der Inschrift lassen keinen Zweifel, dass wir hier wirklich die Basis 
jenes Pferdes vor uns haben. Die archaischen Schriftzüge, die sich in einzelnen 
Punkten (z. B. dem S) der euklidischen Zeit annähern, bestätigen es, dass das 
Werk nicht lange vor Aufführung; der Vögel (O1. 91, 2) aufgestellt sein kann, 
und durch seine Neuheit und seine Grösse (die Länge der Basis beträgt an 
11 Fuss) jene Anspielung veranlasst haben mag.  Ein zweites WVerk des 
Strongylion sah Pausanias 4) zu Megara. Er erzählt, dass die Megareer einem 
Streifcorps des Mardonios eine Niederlage beigebracht und deshalb der Artemis 
Soteira eine Statue errichtet hätten. Da er nun fortfährt: „In demselben 
Tempel sind auch Bilder der zwölf Götter, welche "Werke des Praxiteles sein 
sollen; die Artemis selbst aber machte Strongylion"; so glaubte man, die Ar- 
temis gehöre zu den zwölf Göttern, und der Künstler müsse ein Zeitgenosse 
in d. Vögeln 1128. 
Rh. Mus. N. F. IV, 
1) I, 23, S. 2) 
126. Stephani im 
im Kunstblatt 1340, 
I, 40.  
Schöll 
17. 4) 
Arch. 
"Mitth
        

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