Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Bildhauer
Person:
Brunn, Heinrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1194573
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1196575
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Bildhauer. 
Wettstreites mit Poseidon. Am Heraeon von Argos ferner stehen sich die Ge- 
burt des Zeus und die Einnahme von Ilion in derselben Weise als eine ruhigere 
und bewegtere Scene gegenüber 1). Und denselben Gegensatz werden wir bald 
noch einmal, in den Giebelgruppen des delphischen Tempels wiederfinden. 
Theokosmos 
aus Megara muss der Genossenschaft des Phidias angehört haben, da nach dem 
Bericht des Pausanias (I, 40, 4) Phidias ihm bei einem seiner Werke Beistand 
leistete. Dieses war eine Zeusstatue in dem Tempel des Gottes bei Megara, 
welche in Gold und Elfenbein ausgeführt werden sollte, aber wegen des Aus- 
bruchs des peloponnesischen Krieges nicht vollendet wurde. Nur das Gesicht 
war wirklich aus diesen kostbaren Stoßen gebildet, der Körper nur nothdürftig 
aus Thon und Gyps hergestellt. Halb bearbeitetes Holz, welches zur Unter- 
lage des Goldes und Elfenbeins dienen sollte, ward noch zu Pausanias Zeit 
hinter dem Tempel aufbewahrt. Ueber dem Haupte des Gottes, d. h. wohl auf 
der Lehne des Thrones, wie in Olympia, Waren die Horen und Moeren an- 
gebracht, nach der Erklärung des Pausanias, Weil dem Zeus allein das Geschick 
246 gehorcht, und er die Jahreszeiten nach Bedarf vertheilt.  Der Künstler muss, 
als er dieses YVerk begann, noch ziemlich jung gewesen sein. Denn er war 
auch nach der Beendigung des peloponnesischen Krieges noch am Leben, und 
lieferte zu dem ügurenreichen Weihgeschenke, welches die Lakedaemonier wegen 
des Sieges von Aegospotamoi in Delphi aufstellten, eine Statue des Hermon, 
des Steuermanns auf dem Schiffe des Lysander. Die Wahl gerade dieser Person 
war darin begründet, dass Mcgara, die Vaterstadt des Künstlers, dem Hermon 
das Bürgerrecht verliehen hatte: Paus. X, 9, 8. 
Neben dem Theokosmos erwähnen wir sogleich: 
Kallikles, 
seinen Sohn. Ausser Phi losophenstatuen, von denen Plinius (34, 87) spricht, 
und dem Bilde des Gnatho, welcher im Faustkampfe der Knabenin un- 
bekannter Olympiade gesiegt hatte (Pans. VI, 7, 9), wird als sein Werk die 
Statue des berühmten Rhodiers Diagoras angeführt (Paus. VI, 7, 2). Da der- 
selbe schon Ol. 79 im Faustkampfe siegte, Kallikles aber erst nach Ol. 90 in 
der Kunst thätig sein konnte, so ergiebt sich daraus, dass die Statue erst lange 
Zeit nach dem Siege aufgestellt wurde. Nach dem Scholiasten des Pindar 
(Olymp. 7 init.) war sie vier Ellen und fünf Finger hoch; und Diagoras war 
dargestellt, wie er die rechte Hand emporstreckte, die linke gegen sich anzog". 
Mit seinem Bilde vereinigt standen in Olympia die seiner drei Söhne: Dama- 
getos, Dorieus und Akusilaos, und seines Enkels Peisirodos, welche sämmtlich 
in Olympia gesiegt hatten. Da indessen Pausanias nur von dem des Diagoras 
als einem Werke des Kallikles spricht, so wage ich nicht, auch die übrigen 
demselben Künstler beizulegen. 
Thrasymedes, 
Sohn des Arignotos, aus Paros. Sein Werk war der Inschrift zufolge das Bild 
des Asklepios zu Epidauros, aus Gold und Elfenbein, und halb so gross, als 
das Bild des olympischen Zeus zu Athen. Der Gott sass auf einem Throne, 
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