Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Leben des Michelangelo Buonarroti
Person:
Condivi, Ascanio Eitelberger von Edelberg, Rudolf Valdek, Rudolph
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1410455
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1411618
LEBEN DES MICHEL ANGELO 
BUONARROTI. 
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zu Seiner Heiligkeit Zutritt erhalten, mit meinen Ohren aus 
seinem Munde gehört habe, und überdies, dass, wenn er ihn 
überlebte, wie es der natürliche Lauf des Lebens zu erheischen 
scheint, er ihn einbalsamiren lassen und ihn bei sich haben 
wollte, damit dass sein Leichnam ewiglich sei, wie es seine 
Werke sind, was er auch im Beginne seines Pontificats demselben 
Michel Angelo sagte, da Viele gegenwärtig waren, so dass ich 
nicht Wüsste, was für den Michel Angelo ehrenvoller und ein 
grösseres Zeichen sein könnte von dem Werthe, den Seine Heilig- 
keit auf ihn legte, als diese Worte. 
LlX. Er bewies dies auch öffentlich, als er, nach dem Tode 
von Papst Paul und da er selber Papst geworden war, im 
Consistorium, in Gegenwart aller damals in Rom anwesenden 
Cardinäle, ihn vertheidigte und in Schutz nahm gegen die 
Widersacher des Baues von Sanct Peter, Welche, nicht um 
seiner Schuld Willen, wie sie sagten, sondern um seiner Helfers- 
helfer Wegen, ihn jener Autorität berauben wollten, die ihm 
von Papst Paul durch ein Motupropriof von dem etwas weiter 
unten geredet werden wird, war ertheilt worden, oder sie doch 
Wenigstens einschränken; und derart vertheidigte er ihn, dass 
er ihm nicht nur das Motuproprio bestätigte, sondern ihn 
mit vielen würdigen Worten ehrte, und Weder mehr den Klagen 
der Umstehenden noch Anderen Gehör schenkte. Michel Angelo 
kennt (wie er mir oftmals gesagt hat) die Liebe und das 
Wohlwollen Seiner Heiligkeit gegen ihn, sowie die Rücksichten, 
die er gegen ihn hat, und weil er ihm seine Dienste nicht da- 
gegen in den Tausch geben und ihm zeigen kann, dass er es 
wohl erkennt, so ist ihm der Rest des Lebens Weniger lieb, da 
er ihm unnütz und gegen seine Heiligkeit undankbar zu sein 
scheint. Ein Ding (wie er zu sagen pHegt) tröstet ihn einiger- 
massen, dass er nämlich, da er weiss, wie klug Seine Heiligkeit 
ist, dadurch bei ihr entschuldigt zu sein hofft, und dass sein 
1 Das Motoproprio, von dem hier gesprochen wird, ist vom 23. Jänner 
1552, in lateinischer Sprache geschrieben, an Michel Angele direct gerichtet 
und zuerst von Bonnani, "Templi Vaticnni historia", pag. S0 -82, veröffentlicht. 
Das Original ist in der Casa Buonarroli. In diesem Breve bestätigt Julius III. 
den Michel Angele als Architekten von S. Pictro in derselben Weise, wie es 
Paul III. gethan hat.
        

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