Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Leben des Michelangelo Buonarroti
Person:
Condivi, Ascanio Eitelberger von Edelberg, Rudolf Valdek, Rudolph
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1410455
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1411597
LEBEN 
DES MIC HEL ANGELO 
BUONARROTI. 
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dessen, der heute das Regiment führt, wie ich oben gesagt, einige 
Mönche des heil. Franciscus mit Briefen an ihn gesandt, um 
ihn zu bitten, er solle zu ihm kommen, wobei er nicht nur 
durch Wechsel dafür sorgte, dass ihm in Florenz von dem 
Bankhause der Gondil jene Summe Geldes ausgezahlt werde, 
die er zu seiner Wegzehrtlng verlangen würde, sondern auch, 
dass, wenn er nach Cossa käme, einem Gebiete nächst Ragusi, 
er von dort bis nach Constantinopel von einem seiner Grossen auf 
das Ehrenvollste solle begleitet werden. I-iranz Varlois, König von 
Frankreich, bewarb sich um ihn auf mancherlei Weise und befahl, 
dass ihm in Rom, so oft er fortgehen wollte, dreitausend Scudi 
Reisegeld ausgezahlt würden. Von der Signorie in Venedig 
wurde derßruciolol nach Rom geschickt, um ihn einzuladen, jene 
Stadt zu bewohnen, und ihm einen Gehalt von sechshundert Scudi 
jährlich anzubieten, nicht um ihn zu irgend etwas zu verptiichten, 
sondern bloss, damit er jene-Republik mit seiner Person bcehre, 
unter der Bedingung, dass, wenn er in ihrem Auftrage irgend 
etwas machte, er dafür ganz so bezahlt werden sollte, als 0b 
er keinen Gehalt von ihnen bezöge. "Das sind keine gewöhnlichen 
Dinge und die etwa alle Tage vorfallen, sondern neue und 
ausserhalh des gewöhnlichen Brauches, auch pHegen sie nur bei 
ganz einziger und hCFVOTlCLlChtCDLlCf Tüchtigkeit vorzukommen, 
wie jene des Homer gewesen ist, um welchen viele Städte 
stritten, deren jede ihn für sich in Anspruch nahm und sich 
zueignete. 
LVlll. Und nicht weniger hoch als alle die schon Genannten 
hat auch ihn gehalten und hält ihn tiergegenwärtige Papst Julius III., 
ein Fürst von grössteni Verstande und Liebhaber und Bewtlnderer 
aller Talente überhaupt, sonderlich aber der Malerei, Sculptur 
und Baukunst zugeneigt, wie man aus den Arbeiten klar er- 
kennen kann, die Seine Heiligkeit im Palaste und im Belvedere 
1 Die Gondis gehören einer alten Florentiner Familie an, aus welcher 
eine nicht unbedeutende Zahl vorzüglicher Männer hervorgegangen. Der 
Pnlnzzo Gondi, von Giuliano da San Gnllo am Ende des XV. Jahrhunderts 
erbaut, ist eine Zierde des heutigen Florenz. 
2 D. M. Mnnni spricht in seinen zXninerkungen zu Condivi die Ver- 
muthung aus, dass dieser Bruciolo derselbe Antonio läruciolo aus Florenz 
59h dessen Werke zvrischen 1535 und x545 in Venedig gedruckt wurden.
        

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