Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Leben des Michelangelo Buonarroti
Person:
Condivi, Ascanio Eitelberger von Edelberg, Rudolf Valdek, Rudolph
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1410455
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1411583
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LEBEN DES MICHEI. 
ANGELO BUONARROTI. 
an der Markgräiiii von Pescara und an anderen Schriftstellern 
und Liebhabern der toscanischen Reime, welche, obgleich sie 
von hohem und sonderlichem Geiste gewesen, nichtsdestoweniger, 
da sie von sich selber nichts Besseres hervorbringen konnten, 
als was die Natur im Petrarca erreicht hat, sich entschlossen, 
ihn nachzuahmen, und zwar in so glücklicher Weise, dass sie 
gewürdigt worden, gelesen und zu den Guten gezählt werden. 
LVll. Um nun dieses mein Gerede zu beendigen, sageich, 
dass es mir scheint, die Natur sei in der Malerei und Sculpttir 
gegen den Michel Angelo mit allen ihren Reichthümern lreigebig 
und grossmftthig gewesen, so dass ich nicht zu tadeln bin, 
wenn ich gesagt habe, dass seine Gestalten schier LlHHklChtlhIDllCh 
seien. Auch scheint es mir nicht, dass ich mich darin habe 
zuweit hinreissen lassen, denn abgesehen davon, dass er bis jetzt 
der Einzige gewesen ist, der den Meissel und den Pinsel zugleich 
in würdiger Art gehandhabt hat, und dass heute von den Alten 
kein Denkmal der Malerei übrig ist, wem weicht er denn in der 
Bildhauerei (wovon uns so Viele übrig sind)? Nach dem Urtheile 
der Leute von der Kunst gewisslich Niemandem, wenn wir nicht 
der Meinung der Menge nachtreten wollen, die ohne weitere 
Ueberlegtitig das Alterthum bewundert, indem sie das Genie 
und die Bemühung ihrer Zeiten beneidet, obgleich ich für jetzt 
noch von Keinem weiss, der das Gegentheil sagte, so sehr hat 
dieser Mann den Neid überflügelt. Rafael von Urbino, wie sehr 
er auch mit Michel Angelo wetteifern wollte. musste doch 
oftmals sagen, er danke Gott, dass er zu seiner Zeit geboren sei, 
denn er hatte ihm eine andere Manier abgesehen als jene, die 
er von seinem Vater, der ein Maler gewesen, und vom Perugino, 
seinem Meister, gelernt hatte. Aber welches grössere und deut- 
lichere Zeichen der Vortretllichkeit dieses Mannes kann es wohl 
geben, als die Anstrengung, welche die Fürsten der Erde gemacht 
haben, um ihn zu besitzen? Denn ausser den vier Päpsten Julius, 
Leo, Clemens und Paul, hat sogar der Gross-Türke, der Vater 
bei Ancona, trat in enge Verbindungen mit dem Hause Farnesc, mit B. Varchi 
und anderen Gelehrten, ein hcrvorragcncler Schriftsteller, gcst. 21. N0- 
vcmbcr 1566 in Rom.  Guidiccioni GiOVanni, Bisqlmraf von Phssmnbronc, 
geb. zu Via-Reggio 1480, gest. 1541 zu Macerata. Von ihm sind mehrere 
Rcdcn und Gedichte gedruckt worden.
        

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