Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Leben des Michelangelo Buonarroti
Person:
Condivi, Ascanio Eitelberger von Edelberg, Rudolf Valdek, Rudolph
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1410455
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1411550
DES MICHEI. 
LEBEN 
ANGEI 
BUONARROTI. 
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sinkt hin, gelöst in allen Gliedern, aber in ganz verschiedener 
Haltung sowohl von dem, den Michel Angelo für die Markgräün 
von Pescara gemacht hat, als auch von dem der Madonna delle 
lebbre. Es Wäre ein Ding der Unmöglichkeit, die Schönheit und 
die Emptindtingen zu beschreiben, die auf den schmerzlichen 
und traurigen Gesichtern, sowohl aller Anderen als auch der be- 
kümmerten Mutter zu sehen sind, daher dies genügen möge. Ich 
muss sagen, dass es ein seltenes Ding ist und eine der müh- 
samsten Arbeiten, die er bis jetzt gemacht hat, hauptsächlich 
weil man alle Figuren wohl abgesetzt sieht, und die Gewänder 
der Einen sich nicht vermengen mit den Gewändern der Andern. 
LV. Es hat Michel Angelo unendlich viele andere Sachen' 
gemacht, die von mir nicht angetührt Wordensind, wie: den 
Cruciftmeht, oü il y avoit de dix Z1 douze personnages non pas mointires 
que le naturel, le tout d'une seule piece de marbre, qui estoit un chapiteau 
de l'une de ces huict grandes colonnes du temple de la Paix de Vespasien, 
dont il s'en voit encore une toute entiere et debout, mais la mort, qui le 
prevint, empecha la perfcction de ce bel ourrage. Selon sa coutume ordinaire 
dinterronipre les plus haults desseins et projets des hommes, comme Z1 
Alexandre, Jules Cäsar et plusieurs autres." Bemerkcnswerth ist die Erzählung 
desselben Franzosen, er habe Michel Angele in Marmor arbeiten sehen, 
trotz seines Alters, obwohl nicht sehr robust, habe er in einer Viertelstunde 
mehr vom härtesten Marmor weggehauen, als drei junge Steinmetze in der 
dreifachen Zeit. Er hat mit einer solchen Leidenschaft gearbeitet, dass man 
glauben konnte, unter der Wucht der Hiebe gehe der ganze Marmor in 
Stücke. Diese Gruppe kam, man weiss nicht wann, voirRom nach llßlorenz; 
17-22 liess sie GYOSShCYZOg Cosimo lll. in den Dom tibertragen. Nlichel 
Angele schenkte sie bei Lebzeiten dem Francesco Bandini; die Fehler im 
Marmor verleideten ihm die ganze Arbeit. Aus den Händen Bandinrs kam 
sie in die des Tiberio. Zu Vasari's Zeiten war sie in den Händen des Pier- 
antnnio Bandini, des Sohnes des Franccsco. Neuere Kunstforscher (Burck- 
hardt "Cieerone", pag 675) stimmen in das Lob der Zeitgenossen über diese 
Gruppe nicht ein. 
1 l)ie in diesent Capitel erwähnten Werke Michel Angela's gehören 
zu den bekanntesten Arbeiten von ihm; der Christus ist noch heutzutage in 
der Kirche Santa Nlaria sopra Minervzi in Rom. Diese Figur wurde 152i in 
Marmor fertig; bei der Ausführung war ihm der Florentiner Bildhauer 
Fetierigo Frizzi behilflich. Der heil. Matthäus, unvollendet in der Akademie 
der schönen Künste in Florenz; er war für die Reihe der Apostelfigttren 
bestimmt, welche von Michel Angele in Folge eines ihm am  April 1503 
gögebenen Auftrages für den Dom in Florenz halte ausgetitfthrt werden sollen; 
aber schon im December 1505 verzichtete Michel Angele auf diesen Auftrag,
        

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