Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Leben des Michelangelo Buonarroti
Person:
Condivi, Ascanio Eitelberger von Edelberg, Rudolf Valdek, Rudolph
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1410455
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1411514
LEBEN DES MICHE 
ANGELO BUONARROTI. 
und Michel Angelo geschlossenen Vertrage ihn in seinen Dienst 
genommen hatte, er von ihm verlangte, er solle das zur Aus- 
ftihrung bringen, was er schon zu des Clemens Zeiten begonnen 
hatte, und liess ihn die Hauptwand der Capelle des Sixtus aus- 
malen, die er schon mit Mörtel angeworfen und mit Bretter- 
wiinden eingeschlossen hatte, vom Boden auf bis an die Wöl- 
bung. An dieses Werk, da es die Eriindung von Papst Clemens 
gewesen und zu seiner Zeit begonnen worden war, brachte er 
das Wappen Paul's nicht an, obwohl der Papst ihn darum 
ersucht hatte. So grosse Liebe und Ehrfurcht hegte Papst Paul 
gegen Michel Angelo, dass er, wie sehr er dies auch wünschte, 
ihm deshalb doch nie übel wollte. In diesem Werke drückte 
Michel Angelo alles das aus, was die Kunst der Malerei aus 
einem menschlichen Körper machen kann, ohne irgend eine 
Geberde oder Bewegung wegzulassen. Die Composition der 
Historie ist verständig und wohl durchdacht, aber lang zum 
Beschreiben und vielleicht nicht nöthig, da davon so viele Zeich- 
nungen' gedruckt und überall hingeschickt worden sind. Nichts- 
destoweniger für den, der das Original nicht gesehen oder dem 
die Abbildung nicht zu Handen gekommen ist, sagen wir in 
Kürze: dass das Ganze eingetheilt ist in einen rechten und 
linken Theil, in einen oberen und unteren und mittleren; in 
dem mittleren, dem der Luft, nahe bei der Erde, sind die 
sieben Exigel, die der heil. Johannes in der Apokalypse beschrieben, 
wie sie mit den Trompeten vor dem Mund die Todten von den 
vier Weltgegenden her zum Gericht rufen, unter denen es zwei 
lDie Stiche, auf welche hier Condivi hindeutet, mögen die von 
Bcatriget sein; der erste Etat des jüngsten Gerichtes ist tindatirt; der zweite 
von i5ti2. Eine Cöpie von dem Stiche des Beatrizet machte NiCCOlO dvlln 
Casa, die im ersten Etat Salamanca exc. 1543 und 1545, im zweiten "And. 
Vatccnritis formis" 1548 existirt. Der erste Etat des Stiches des jüngsten 
Gerichtes v_on läezitrizet fallt daher vor 15.1.3. Dieser Beatrizet (Beautrizet) 
ist ein Lothringer, wahrscheinlich aus Luneville gebürtig, der den grössten 
Theil seines Lebens in Rom zubrachte. Ueber Niccolo della Casa sind wir 
nhnc Nachricht. Giulio Bonasone stach gleichfalls das jüngste Gericht; der 
Stich ist ohne Datum (der Stich der Constanlinsschlacht ist von 1544). Auch 
der Stich des jüngsten Gerichtes von G. Ghisi ist undatirt; die Propheten 
Miehel Angela's sind _von ihm 1540 gestochen. Nach der Zeit Condivrs traten 
Nlartino Rom und M. Karlnrus mit Stichen des jüngsten Gerichtes 1569 mit.
        

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