Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Leben des Michelangelo Buonarroti
Person:
Condivi, Ascanio Eitelberger von Edelberg, Rudolf Valdek, Rudolph
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1410455
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1411462
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DES MICHEL 
ANGELO BUONARROTI. 
weniger Zuversicht hätte, ihn nach Florenz schicken zu können 
(wohin er auf keinen Fall gehen wollte), mit dem Gesand- 
ten und Agentenl Seiner Excellenz insgeheim abgemacht hatte, 
dass man sagen solle, er habe einige tausend Scudi mehr erhalten, 
als er deren wirklich erhalten hatte, was ihn dann sehr beun- 
ruhigte, da es nicht nur mit Worten ausgenlacht, sondern ohne 
sein Wissen und Willen auch in den Vertrag war gesetzt worden, 
nicht da er entworfen, sondern da er niedergeschrieben wurde. 
lndess übClTCdCtC der Gesandte ihn, dass ihm dies nicht zum 
Nachtheile gereichen werde, sintemal es wenig verschlüge, ob der 
Vertrag 20.000 Scudi angiibe oder 1000, dieweil sie einig waren, 
dass das Grabmal ausgeführt werden sollte nach Massgabe der 
wirklich erhaltenen Summe Geldes, wobei er hinzufügte, dass 
Niemand dies zu unternehmen hätte ausser _ihm, und dass er 
vor ihm sicher sein könne wegen des Einverständnisses, das 
zwischen ihnen wäre. Damit beruhigte sich Michel Angelo, 
sowohl Weil es schien, dass er auf ihn zählen könne, als auch 
weil er wünschte, dass ihm dies vor dem Papste als Vorwand 
dienen sollte, zu dem Zwecke" der oben gemeldet worden. Und 
in dieser Weise ging's damals mit dieser Sache, aber deshalb war 
sie nicht zu Ende, denn nachdem er die vier Monate in Florenz 
gedient hatte und nach Rom zurückgekehrt war, suchte ihn der 
Papst anderweitig zu beschäftigen und ihm die Hauptwand der Ca- 
pelle des Sixtus 2 malen zu lassen. Und als Einer, der ein richtiges 
Urtheil hatte, nachdem er darüber oft und oft nachgedacht hatte, 
entschloss er sich zuletzt, ihm den Tag des jüngsten Gerichtes 
machen zu lassen, indem er dafür hielt, er müsse durch den 
Reichthum und die Grösse des Gegenstandes jenem Manne Raum 
verschailen, dass er zeigen könne, was seine Kräfte vermöchten. 
Michel Angelo, welcher wusste, was für eine Verpflichtung er gegen 
den Herzog von Urbino hatte, suchte dem Ding auszuweichen, 
so sehr er konnte; als er aber sich nicht loszumachen vermochte, 
zog er die Sache in die Länge, und währenddem er vorgab, 
1 I)er hier erwähnte Oratore ist der Marchesc Alberigo Malaspinzi. 
2 Die Haupuvand (facciata) der Capclle di Sisto ist erst unter Paul lll. 
von Michel Angeln gemalt worden. Nach dieser Andeutung Condix-Vs scheint 
schon Clcmens VII. daran gedacht zu haben, die leere Wandßächc zu 
decoriren.
        

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