Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Leben des Michelangelo Buonarroti
Person:
Condivi, Ascanio Eitelberger von Edelberg, Rudolf Valdek, Rudolph
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1410455
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1411452
LEBEN DES MICHEL ANGELO 
KUONARROTI. 
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entscheide, und obwohl er schon alt war, lehnte er doch die 
höchst schwierige Unternehmung nicht ab, das zu beendigen, 
was er begonnen hatte. Als sie nun darüber an einander gerathen 
x-varen, und die Gegner keine Quittungen erwiesen, die auch 
nur annähernd den Betrag erreichten, Wovon anfänglich die Rede 
war, sondern mehr als zwei Drittel an der Zahlung fehlten, wie 
sie vorher im Vertrag mit den beiden Cardinälen ausgemacht 
war, so glaubte Clemens, das sei die schönste Gelegenheit, 
ihn loszumachen und sich seiner ungehindert zu bedienen, 
liess ihn also kommen und sagte ihm: „Wohlan, sag", dass du 
dies Grabmal machen willst, aber, dass du wissen willst, wer 
dir den Rest zahlen wird." Michel Angele, der die Absicht des 
Papstes kannte, dass er ihn in seinen Diensten beschäftigen 
möchte, antwortete: „Und wenn sich Einer findet, der mich 
zahlt?" Worauf Papst Clemens: „Du bist ein Narr, wenn du 
dir einbildest, dass dir Einer kommen wird, der dir auch nur 
einen Heller anbietet." Als er nun vor's Gericht kam und Herr 
Tomaso, sein Sachwalter, den Agenten des Herzogs diesen Vor- 
schlag machte, begannen sie Einer den Andern anzusehen und 
beschlossen einhellig, er solle ein Grabmal machen, Wenigstens für 
das, was er erhalten hatte. Michel Angelo, dem es schien, dass 
die Sache gut sei, sagte gerne zu, hauptsächlich bewogen durch 
das "Ansehen des Cardinals von Montevecchio, ein Günstling 
von Julius II. und Onkel von Julius III. (gegenwärtig durch die 
Gnade Gottes unser Papst), der sich bei diesem Vertrage drein- 
legte. Der Vertrag war so! er solle ein Grabmal von einer Fronte 
machen und sich dabei jener Marmorblöcke bedienen, _die er 
schon für das vierseitige Grabmal hatte bearbeiten lassen, sie 
ihm anpassend so gut als es ginge, auch war er verpHichtet, 
sechs Statuen von seiner Hand dabei anzubringen. Nichtsdesto- 
wcnigei" wurde dem Papst Clemenszugestanden, er dürfe sich 
des Michel Angelo in Florenz oder wo er wollte bedienen, 
vier Monate im Jahre, da Seine Heiligkeit dies wegen der Arbeiten 
in Florenz nöthig hatte. Das war der Vertrag, der abgeschlossen 
wurde zwischen des Herzogs Excellenz und Michel Angelo. 
XLIX. Hier aber muss man wissen, dass, als schon alle Rech- 
nungen abgeschlossen waren, Michel Angelo, um dem Herzog von 
Urbino mehr verpflichtet zu erscheinen, und damit Papst Clemens
        

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