Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Leben des Michelangelo Buonarroti
Person:
Condivi, Ascanio Eitelberger von Edelberg, Rudolf Valdek, Rudolph
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1410455
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1411443
LEBEN DES MICHEL ANGELO BUONARROTI. 
das ist ein arm" Ding!" Und da ihn Michel Angelo frug, was 
für eine Kunst er habe (weil er wusste, dass jeder am besten 
über die Kunst urtheilt, die er ausübt), antwortete er höhnisch 
lachend: "Ich bin Kaufmann," vielleicht weil ihn die Frage 
geärgert, und dass er nicht als Edelmann erkannt worden, zu- 
gleich weil er die Gewerbe der Horentinischen Bürger verachtete, 
die sich zum grössten Theile dem Handel zugewandt haben, als 
ob er sagen wollte: „Du fragst mich, was für eine Kunst ich 
treibe? Solltest du nicht gar glauben, dass ich Kaufmann sei?" 
worauf Michel Angelo, die Rede des Edelmannes verstehend: „lhr 
würdet einen schlimmen Handel machen für eueren Herrn, 
hebt euch wegfÄNachdem er so den herzoglichen Boten davon- 
geschickt hatte, gab er bald darauf das Bild einem scinerBurschen, 
der zwei Schwestern ausheiraten sollte und sich ihm empfohlen 
hatte. Es wurde nach Frankreich geschickt und vom König 
Franz gekauft, wo es noch ist. 
XLVIII. Um nun wieder zurückzukommen wo ich aus- 
gegangen bin! als Michel Angelo vom Papst Clemens nach Rom 
berufen war, da ging die Plage mit den Agenten des Herzogs 
von Urbino wegen des Grabmals des Julius erst recht los. 
Clemens, der ihn in Florenz verwenden Wollte, suchte ihn auf 
alle Weise los zu machen und gab ihm zu seinem Sachwalter 
einen Herrn Tomaso aus Prat0,' der später Datarius wurde. Er 
aber, der den üblen Willen des Herzogs Alexander gegen sich 
kannte und sich sehr davor fürchtete, überdies die Gebeine vom 
Papst Julius, sowie das erlauchte Haus derer von Rovere liebte 
und ehrte, setzte Alles daran, um in Rom zu bleiben und an 
dem Grabmal zu arbeiten, umsomehr, als er überall beschuldigt 
wurde, wie gesagt worden ist, vom Papst Julius zu diesem 
Zwecke wohl 16.000 Scudi erhalten zu haben und sich damit 
wohl sein zu lassen, ohne das zu thun, Wozu er vcrpHichtct 
war, eine Schmach, die er nicht ertragen konnte als Einer, der 
an seiner Ehre eitel ist, und daher verlangte, dass sich die Sache 
1 Dieser Msgr. Tomaso da Pmlo war Tomaso Cortesi da Prato, 
Bischof von Carriata und Datnrio di Roma unter dem Papste Clemcns Vll. 
Die Verhandlungen bezogen sich damals auf die Honorar- und Platzfragc, 
wie bereits angedeutet wurde, und auf die Entwerfung einer Faeade für das 
Grabmal in S. Pietro ad vincula. 
        

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