Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Leben des Michelangelo Buonarroti
Person:
Condivi, Ascanio Eitelberger von Edelberg, Rudolf Valdek, Rudolph
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1410455
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1411410
MICHEL 
LEBEN DES 
ANGELO BUONARROTI. 
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werden und durch Beide die Zeit, die Alles verschlingt. Und 
damit man diese seine Absicht besser verstehe, gab er der 
Nacht, die in Gestalt einer Frau von wundersamer Schönheit 
gebildet ist, ein Käutzchen und andere Abzeichen, die dazu 
taugen, so auch dem Tag seine Abzeichen, und zur Andeutung 
der Zeit wollte er eine Maus machen, wozu er auf dem Werk 
ein wenig Marmor gelassen hatte, aber dann machte er es nicht, 
(daran verhindert), weil dieses Thierchen unaufhörlich nagt und 
zehrt, gleich wie auch die Zeit Alles verzehrt. Es sind noch andere 
Statuen da, welche diejenigen vorstellen, für die diese Grabmale 
waren gemacht worden, alle mit einem Worte mehr göttlich 
als menschlich, aber vor allen eine Muttergottes mit ihren Söhn- 
lein rittlings auf ihrem Schenkel, über die zu schweigen ich 
für besser halte als nur ein Weniges zu sagen, und daher Weiter 
gehe. Diese Wohlthat haben wir dem Papst Clemens zu ver- 
danken, und wenn er in seinem Leben sonst nichts Löbliches 
gethan hätte (dessen er aber vieles gethan), so wäre dieses hin- 
länglich, um jeden seiner Fehler ausulöschen, da die Welt durch 
ihn ein so edles Werk besitzt. Und noch weit mehr danken 
wir ihm, dass er bei der Einnahme von Florenz vor der Treff- 
lichkeit dieses Mannes Achtung hatte, nicht anders, als es einst 
Marcellus bei der Einnahme von Syracus vor der des Archimedes 
gehabt, wenn gleich jener gute Wille keinen Erfolg hatte, dieser 
aber, Gott sei Dank, wohl welchen hatte. 
XLVI. Bei alledem war Michel Angelo in grosser Furcht, 
da ihn der Herzog Alessandro l sehr hasste, ein wilder und rach- 
süchtiger Jüngling, wie Jeder weiss. Auch ist kein Zweifel, dass, 
wenn nicht die Rücksicht auf den Papst gewesen wäre, er ihn 
sich aus den Augen geschatTt hätte, umsomehr, als zur Zeit, 
da der Herzog von Florenz die Befestigung machen wollte, die 
 1 Der Duca Alessandro, der natürliche Sohn des Lorenzo, der letzte 
männliche Descendent des alten Cosimo (s. d. Stammtafel), gest. 1537, Vlüf 
vermählt mit Margaretha von Oeslerreich (gest. 1586). Seine Schwester Caterina 
(I519-r5Sg) glich ihrem Bruder ihrem Charakter nach. Duca Alcssandro 
wurde mit kaiserlichem Dccrete vom 2 l. October 1530 unbeschränkter Herrscher 
von Florenz.  Die Fortezza, welche Herzog Alessandro durch Nlichcl Angelo 
bauen lassen wollte, War die Sogenannte Fortezza di S. Giovan. Battista, 
heute genannt "da hasst)"; Pier Francesco da Viterbo erbaute sie 1534.
        

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