Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Leben des Michelangelo Buonarroti
Person:
Condivi, Ascanio Eitelberger von Edelberg, Rudolf Valdek, Rudolph
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1410455
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1411382
BEN 
DES MICHEL 
ANGELO 
BUQNARROTI. 
vorgesetzt, ausser vielen anderen Vorsichten, die er in der ganzen 
Stadt aufrichtete, Llmgab den Hügel von San Miniato mit guten 
Befestigungen, als einen der sich über das Land erhebt und die 
ganze Gegend ringsum beherrscht, wo, wenn sich der Feind 
seiner bemächtigt hätte, es kein Zweifel ist, dass er nicht auch die 
Stadt einnehmen würde. Es war daher diese Vorsicht ein Heil 
für das Land und ein sehr grosser Schaden für den Feind, Weil 
er, wie ich gesagt habe, hoch und erhaben wie er war, das Heer 
sehr belästigte, besonders vom Glockenthurm der Kirche aus, 
wo zwei Stück Geschütze waren, die dem Lager draussen fort- 
während grossen Schaden zufügten. Michel Angelo, obwohl er 
diese Vorsicht getroffen hatte, blieb nichtsdestoweniger auf diesem 
Berge, für jeglichen Zufall, der da vorkommen konnte. Und als 
er schon an die sechs Monate da gewesen war, erhob sich unter 
den Soldaten der Stadt ein Gerede, von, ich weiss nicht was 
für einem Verrath. Als Michel Angelo dieses theils selber be- 
merkte, theils von einigen Hauptleuten, seinen Freunden, davon 
unterrichtet wurde, ging er auf die Signorie und entdeckte ihr 
das, was er gehört und gesehen hatte und zeigte ihnen, in 
welcher Gefahr die Stadt sich beiinde, wobei er sagte, dass es 
noch an der Zeit sei, vorzusehen, wenn sie wollten. Aber statt 
ihm dafür Dank zu wissen, wurden ihm Grobheiten gesagt und 
er als ein furchtsamer und allzu argwöhnischer Mann getadelt. 
Und der ihm das antwortete, hätte weit besser gethan, ihm 
Gehör zu gehen, denn wie das Haus Medici nach Florenz ge- 
kommen war, wurde ihm der Kopf abgeschnitten, sonst lebte 
er vielleicht noch. 
XLII. Als Michel Angelo sah, wie wenig man seine Worte 
in Acht nahm, und dass der Ruin der Stadt gewiss sei, liess er 
sich kraft der Autorität, die er hatte, ein Thor ölfnen und ging 
hinaus mit zwei der Seinigen und wandte sich nach Venedigß 
Und gewiss war der Verrath keine Fabel, aber wer seine Hand 
dabei hatte, der dachte wohl, dass er mit weniger Schande 
1 Ende September 1529 floh Michel Angelo mit Rinaldo Corsini und 
Antonio Mini über Ferrara nach Venedig. Am 30. September wurde er in 
Florenz als Verräther erklärt. Am 20. Octobcr erhielt er einen Salvoconducto 
zur Rückkehr. Ende November d. J. arbeitete er wieder an der Befestigung 
von S. Miniato.
        

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