Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Leben des Michelangelo Buonarroti
Person:
Condivi, Ascanio Eitelberger von Edelberg, Rudolf Valdek, Rudolph
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1410455
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1411365
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LEBEN DES MICHEL ANGELO BUONARROTI. 
sie sumpng war. Dies schriebiMichel Angelo dem Papste, 
der aber mehr denen glaubte, die ihm aus Florenz geschrieben 
hatten, als ihm selbst, und ihm befahl, die Strasse zu bauen. 
So dass er, den Willen des Papstes in Vollzug setzend, die 
Strasse machen liess und auf derselben eine grosse Menge Mar- 
mor an die Küste führte, worunter fünf Säulen waren, von 
gehöriger Höhe, von denen man jetzt die eine, die er hatte 
nach Florenz bringen lassen, auf dem St. Lorenzplatz sieht, die 
anderen vier liegen noch an der Küste, weil der Papst seinen 
Willen geändert und seinen Sinn wo anders hin gewendet 
hatte. Aber der Markgraf von Carrara, welcher glaubte, dass 
Michel Angelo, weil er Horentinischer Bürger sei, es eingegeben 
hätte, in Pietrosanto zu graben, wurde sein Feind und wollte 
auch später nicht, dass er wieder nach Carrara küme einiger 
Mamorblöcke wegen, die er daselbst hatte brechen lassen, was 
dem Michel Angelo zu grossem Schaden gereichte. 
XL. Als er nun nach Florenz zurückgekehrt war und, wie 
bereits gesagt, den Eifer des Papstes Leo ganz erkaltet gefunden 
hatte, verblieb er lange Zeit, betrübt, ohne etwas zu machen, 
nachdem er bis dahin bald zu dieser bald zu jener Sache viel 
Zeit vergeudet hatte, zu seinem grossen Verdrusse. Nichtsdesto- 
weniger machte er sich in seinem Hause über einige Marmor- 
blöcke, die er besass, um das Grabmal fortzusetzen. Als aber 
Leo gestorben und Hadrian' gewählt war, wurde er ein zweites 
Mal genöthigt, die Arbeit zu unterbrechen, weil sie ihn beschul- 
digten, dass er von Julius zu diesem Werke wohl 16.000 Scudi 
erhalten habe und nun nicht daran denke, es zu machen, sondern 
in Florenz seinem Vergnügen nachgehe, so dass er um diesert- 
halb nach Rom berufen wurde. Der Cardinal von Medici aber, 
der dann Papst Clemens VII. war und damals in Florenz das 
Regiment führte, wollte nicht, dass er hinginge; und um ihn 
durch Geschäfte festzuhalten und eine Entschuldigung zu haben, 
setzte er ihn dran, das Modell zur Bibliothek der Medici in 
1 Hadrian Dedel von Utrecht bestieg als Haclrian VI. den päpstlichen 
Stuhl am 9. Jänner 1522. Er starb am 14.. September desselben Jahres. Zu 
seinem Nachfolger wurde Giulio de" Medici, ein Sohn des Giuliano di 
Piero, Urenkel cles Cosimo (Clemens VII.) gewählt am 19. November 
desselben Jahres.
        

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