Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Leben des Michelangelo Buonarroti
Person:
Condivi, Ascanio Eitelberger von Edelberg, Rudolf Valdek, Rudolph
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1410455
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1411316
EBEN DES MICHEL 
ANGELO BUONARROTI. 
letzte Hand darangelegt war. Die Meinung und die Erwartung, 
die man von Michel Angclo hatte, zog ganz Rom hin, die Sache 
zu sehen, auch der Papst ging hin, bevor der Staub, den es 
beim Abbruch des Gerüstes gegeben, sich wieder gelegt hatte. 
XXXVlIl. Nach diesem Werke, da Rafael die neue und 
wunderbare Manier gesehen hatte, als Einer, der im Nachahmen 
erstaunlich war, suchte er durch Bramante den Rest zum Malen 
zu erlernen, worüber Michel Angelo sehr aufgebracht wurde; 
und vor Papst Julius gekommen, beklagte er sich nachdrücklich 
über den Schimpf, den ihm Bramante anthue; und in dessen Ge- 
genwart beschwerte er sich darüber beim Papst und deckte ihm 
alle Verfolgungen auf, die er von selbigem erlitten; und darauf 
deckte er dessen viele Fehler auf, hauptsächlich dass er beim 
Niederreissen des alten St. Peters-Domes die wunderbaren Säulen 
zu Boden geworfen hatte, die in dieser Kirche gewesen sind, 
wobei er sich nicht darum kümmerte und es nicht beachtete, 
dass sie in Stücke gingen, währenddem er sie sachte niederlegen 
und ganz erh-alten konnte; und zugleich zeigte er, ein wie 
leichtes Ding es sei, einen Ziegel auf den andern zu legen, dass 
aber eine_ solche Säule sehr schwer zu machen sei, und viele 
andere Sachen, die zu erzählen nicht nöthig ist, in der Art, 
dass der Papst, als er diese garstigen Geschichten gehört hatte, 
verlangte, Michel Angelo solle fortarbeiten, und ihm mehr Gunst 
erwies als je zuvor. Er beendigte dieses ganze Werk in 20 Monaten] 
ist sie mit dem in Einklang zu bringen, was im nachfolgenden Capiteler- 
zählt wird. ln diesem Capitel spricht Condivi davon, dass nur ein Theil enthüllt 
wurde, während in dem folgenden Capitel davon die Rede ist, dass Michel 
Angeln in zwanzig Monaten mit der ganzen Arbeit ohne alle Hilfe fertig 
wurde. Auf das, was in diesem Capitel erzählt wird, bezieht H. Grimm 
(l. c. Il, pag. 31, Not. n) einen undatirten Brief Michel Angelds an seinen 
Vater, der sich im britischen Museum befindet. In diesem Briefe heisst es: 
„Meine Malerei wird die nächste Woche fertig sein, das heisst, der Theil, 
soweit ich sie in Angriff nahm; sobald ich sie aufgedeckt habe, hoffe ich 
Geld zu erhalten und Werde es so einzurichten suchen, dass ich auf einen 
Monat Urlaub nach Florenz laekomme." e 
lUebereinstimmend mit Vasari erzählt hier Condivi, dass Michel 
Angeln „das ganze XVerk" in zwanzig Monaten fertig gemacht, und dass die 
kurz nachher erwähnte Enthüllung am 1. November 1509 vor sich gegangen 
sei. Schon altere Schriftsteller, Richardson, Roscoe, haben auf die physische 
Unnnägliclikeit hingehiesen, _ein so umfassendes Werk, die Cartons und die 
Quellenschriflen f. Kunstgcsch. Vl. 4
        

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