Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Leben des Michelangelo Buonarroti
Person:
Condivi, Ascanio Eitelberger von Edelberg, Rudolf Valdek, Rudolph
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1410455
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1411304
48 
EBEN D] 
ES MICHEL 
ANGELO BUONARROTI. 
Bronce gemacht aussehen, auf welchen, wie es auf der Kehrseite 
üblich ist, verschiedene Historicn vorgestellt sind, aber alle in 
Bezug auf die Geschichte des Papstes. In all" diesen Dingen 
hat Michel Angelo durch die Schönheit der Eintheilung, durch 
die Verschiedenheit der Stellungen und bei der Ungunst der 
Oertlichkeit eine sehr grosse Kunstfertigkeit bewiesen. Aber 
das Einzelne davon und von anderen Sachen zu erzählen, wäre 
eine. unendliche Arbeit, und ein Band reichte nicht hin, deshalb 
bin ich darüber kurz weggegangen, da ich eher nur eine gewisse 
Ansicht von dem Ganzen geben, als die Theile auseinander- 
setzen wollte.  
XXXVI. Auch hiebei blieben ihm die Verdriesslichkeiten nicht 
aus; denn da er es begonnen und das Gemälde von der Sünd- 
Hut gemacht hatte, fing ihm das Werk an zu verschimrneln, so 
dass man kaum die Figuren ausnehmen konnte. Weil nun Michel 
Angelo erachtete, dass diese Entschuldigung hinreichend sein 
würde, ihn von dieser Bürde zu befreien, ging er zum Papste 
und sagte ihm: „lch habe es Euerer Heiligkeit ja gleich gesagt, 
dass das nicht meine Kunst sei; was ich gemacht habe, ist ver- 
dorben, und wenn ihr's nicht glaubt, schickt hin und lasst nach- 
sehen." Der Papst schickte den San Gallo,' der, als er es sah, 
erkannte, dass er den Kalk zu wässerig genommen hatte, und 
dass er deshalb, weil die Feuchte durchschlug, diese Wirkung 
hatte; und da Michel Angelo davon verständigt war, hiess er 
ihn weiter arbeiten, und liess ihm keine Entschuldigung gelten. 
XXXVII. Währenddem, dass er malte, beliebte es dem 
Papst Julius oftmals, hinzugeben und die Arbeit zu sehen, wobei 
er auf einer Handleiter hinaufstieg, und ihm, Michel Angelo, die 
Hand gab, dass er auf das Gerüst gelange. Und heftig, wie er von 
Natur war und ungeduldig zu warten, wie die Hälfte fertig war, 
nämlich von der Thüre bis zum halben Gewölbe, wollte er, dass 
er es aufdecken solltefl obgleich es noch unvollendet und nicht die 
1 Der hier erwähnte San Gallo ist Giuliano da San Gallo, geb. 144.5, 
gest. den 20. October 1516 (Vas. Vll. 20g). 
2 Diese Erzählung, dass Michel Angelo die Hälfte, die fast fertig war, 
noch nicht aufdecken wollte, Stimmt mit der früher erwähnten Nachricht von 
dem Verderben der Frcske der Sündflut gut zusammen. Denn dieses Gemälde 
liegt in der halben Decke von der Thüre bis zur Mitte der Decke. Weniger
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.