Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Leben des Michelangelo Buonarroti
Person:
Condivi, Ascanio Eitelberger von Edelberg, Rudolf Valdek, Rudolph
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1410455
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1411256
LEBEN 
DES MICHEI 
ANGELO BUONARROTI. 
43 
XXXIII. Nachdem er dieses Werk beendigt hatte, ging er 
nach Rom, woselbst dem Papst Julius, da er ihm nützen wollte 
und doch bei dem Vorsatze blieb, das Grabmal nicht zu machen, 
ihm von Bramante und anderen Nebenbuhlem des Michel Angelo 
in den Kopf gesetzt wurde, er solle ihm das Gewölbe der 
Capelle von Papst Sixtus IVJ ausmalen lassen, die im Palaste 
war, indem sie ihm Hotfnung machten, dass er darin Wunder 
leisten werde. Und diesen Dienst erwiesen sie ihm aus Bos- 
heit, um den Papst von den Bildhauereisachen abzuziehen, und 
weil sie es für eine sichere Sache hielten, dass er entweder, 
wenn er auf dieses Unternehmen nicht einging, den Papst gegen 
sich aufbringen werde, oder, wenn er es annehme, es ihm da- 
mit viel weniger glücken werde als dem Rafael von Urbino, 
dem sie aus Hass gegen Michel Angelo jede Gunst anthaten; 
denn sie erachteten, dass seine hauptsächliche Kunst die Bild- 
hauerei sei, wie sie auch wirklich war. Michel Angele, der bis- 
her nicht in Farben gearbeitet hatte und wusste, ein wie schweres 
Ding es sei, ein Gewölbe auszumalen, suchte sich mit aller 
Gewalt davon los zu machen, indem er den Rafael vorschlug 
und sich entschuldigte, es sei nicht seine Kunst, und dass es ihm 
nicht glücken werde; und so weit ging er mit dem Ablehnen, 
wurde gerettet; er kam in das Museum nach Ferrara und verschwand später 
ganzlich. Die Statue hat 5000 Goldgulden gekostet. (Vasari Xll, pag. 187, 
Not. 3; Gregorovitis "Geschichte der Stadt Rom", Vlll, pag. (33, Not. i.) 
Vasari bezeichnet den Ort, Wo diese Statue stand, etwas genauer als Condivi, 
der von dem "Frontespizio della Chiesa" spricht. Vasari sagt: „Una nicchia 
sopra la porta di San Petronio." 
1 Die Sixtinische Capelle wurde im Jahre 1473 nach den Entwürfen 
der [Vlorentinischen Architekten Baccio Pintelli zur Zeit des Papstes Sixtus lV. 
gebaut, des Oheims des Papstes Julius ll. Während der Regierung des 
Papstes Sixtus wurden die Gemälde von Signorelli, Pietro Perugino, Cosimo 
Roselli und Domenico Ghirlandajo ausgeführt. Nach dem Tode Sixtus" lV. 
unterblieb die weitere Decorirung. Julius ll. nahm sie wieder auf und über- 
trug auf Rath Bramantds  und er wurde in dieser Beziehung von Bra- 
mante gut berathen  die Ausführung dem Michel Angelo. Dass dieser, der 
doch bis dahin zumeist als Bildhauer thätig war, sich anfänglich weigerte, 
diesen Auftrag zu übernehmen, ist begreiflich. Er begann seine Thatigkeit 
Lim Mai 1507. Julius ll. wurde, wie Sixtus lV., in der Sixtinischen Capelle 
begraben. Paul [ll. liess diese beiden Gräber abtragen und in die Capelle del 
Sacramento nach St. Pietro bringen.
        

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