Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Leben des Michelangelo Buonarroti
Person:
Condivi, Ascanio Eitelberger von Edelberg, Rudolf Valdek, Rudolph
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1410455
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1411195
LEBEN DES MICHEL ANGELO BUONARROTI. 
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war, als er starb, über den Boden gekommen in der Höhe von drei 
Ellen. Dem Michel Angelo schien dieser Platz sehr tauglich zu 
dem Vorhaben, und zum Papste zurückgekehrt, setzte er ihm seine 1 
Ansicht auseinander und fügte hinzu, dass, wenn es Seinerl-leiligkeit 
so schiene, es nothwendig wäre, den Bau auszuführen und ein- 
zudecken. Der Papst frug! „Was würde das kosten?" Worauf 
Michel Angelo erwiderte: „Hunderttausend Scudi."  „Es sollen," 
sagte Julius, "Zweihunderttausend sein!" Und da er den Baumeister 
San Gallo und den Bramante geschickt hatte, den Ort zu besichtigen, 
kam den Papst bei diesen Betreibungen die Lust an, die ganze 
Kirche neu aufzubauen. Und da er mehrere Pläne hatte anfertigen 
lassen, wurde der des Bramante angenommen, als der schönste 
und besser gedachte, denn die anderen. Auf diese Weise wurde 
Michel Angelo die Ursache, sowohl dass dieser schon begonnene 
Theil des Baues beendigt wurde (der, wenn dies nicht gewesen 
wäre, vielleicht jetzt noch stünde, wie er war), als auch, dass dem 
Papst die Lust kam, das Uebrige herzustellen nach einem neuen 
und viel schöneren und prächtigeren Plane. 
XXVlll. Jetzt, zu unserer Geschichte zurückzukehren, be- 
merkte Michel Angelo den geänderten Willen des Papstes auf fol- 
gende Weise. Es hatte der Papst dem Michel Angelo aufgetragen, 
er solle, falls er Geld brauche, zu Niemand Anderem gehen als 
zu ihm, damit er nicht da und dort herumzulaufen hätte. Nun 
geschah es eines Tages, dass der Rest der Marmorblöcke, die 
in Carrara geblieben waren, nach Ripal kam. Michel Angelo, 
der sie hatte abladen und nach St. Peter kommen lassen, als er 
die Schifffracht, die Verladung und den Fuhrlohn bezahlen wollte, 
gewiss in richtiger Weise. Der Ort, wo Michel Angele das Grabmal auf- 
gerichtet wissen wollte, war die Stelle, welche in den nach Bcrnardt) R0- 
sellino bereits aufgeführten Umfassungsmauern die Tribuna bereits einnahm. 
Auf diesen sollte dasCrab Julius ll. fundirt werdenl, Die Aufzeichnungen, 
welche Bramante über die Anfänge des Baues des Bernardo Rosellino machte, 
hat Geymüller gefunden und in das richtige Licht gestellt.  Die Idee, 
das Grabmal in St. Peter aufzurichten, gab Anlass, den Neubau der Peters- 
kirche wieder in Angriff zu nehmen.   
iRzlzva ist jene bekannte Stelle an den Ufern der Tiber in Rom, 
welche als Landungsplatz der Schiffe benützt wird  insbesondere jener 
Ort, wo schon seit den Zeiten der Römer her Marmorblöcke abgeladen 
wurden.
        

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