Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Leben des Michelangelo Buonarroti
Person:
Condivi, Ascanio Eitelberger von Edelberg, Rudolf Valdek, Rudolph
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1410455
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1411128
LEBEN DES MICHEI, ANGELO BUONARROTI. 
dieser Kunst ausgezeichneter Mann, und viel gepriesen Von 
Michel Angelo, ausser in der einen Sache, dass er nicht die 
Geduld hatte, seine Werke auszuglätten, so dass, während sie 
aus der Pierne wunderbar erschienen, sie in der Nähe an Ansehen 
verloren. Er goss in Bronze auch eine Muttergottes mit ihrem 
Söhnlein auf dem Schoosse,' welche von einigen flandrischen 
Kaufleuten, den Moscheroni, einer in ihrer Heimat höchst an- 
gesehenen Familie, ihm um 100 Ducaten abgekauft und nach 
Flandern geschickt wurde. Und um von der Malerei nicht ganz 
abzulassen, machte er unsere liebe Frau auf eine runde Tafel) 
mit Johanna von Oesterreich restaurirt und mit Fresken versehen, an denen 
die hervorragendsten, damals lebenden Maler und Decorateure Antheil nahmen. 
Der Brunnen in der Mitte des Hofes kam an die Stelle der Judith des 
Donatello; er ist vom Bildhauer Taddn nach einer Zeichnung Vasari's aus- 
geführt. Der Genius mit dem Fisch in der Mitte des Brunnens ist ein Bronze- 
Figürchen von Andrea del Verocchio. Die Bronzefigur des Verocchio fallt zwi- 
schen i476-I4g7 und der David des Donatello in die Zeit des FlOfCl1Iil1Cl' 
Aufenthaltes des Künstlers vor 14.34. 
1Die Maria mit dem Jesukinde in Bronze, von der hier Condivi 
spricht, die für die flandrischen Kaufleute aus der Familie Moscron (Mosche- 
roni) gemacht wurde, dürfte nach der richtigen Vermuthung Harfordüs und 
Grimm's (Harford, "The life of Michel Angelo, London 1858, lI., S. 215, ins- 
besonders Grimm a. a. O. 1., pag. 197 und 278, Note 32) dieselbe sein, die 
sich gegenwärtig in der Notre-läame-Kirche in Brügge befindet und die vor 
dem Jahre 157i von Pierre Moscron, "Licentiä de droit et Greffier" von Brügge 
der genannten Kirche geschenkt wurde. Condivi verwechselt nur den Stoff, 
aus welchem diese Figur gemacht wurde; die Madonna in lärügge ist in 
Marmor und nicht in Bronze gearbeitet.  A. Dürer fand auf seiner nieder- 
ländischen Reise die Madonna bereits 1520 in der Frauenkirche. S. "Dzircr"; 
Briefe, Tagebücher und Reime", herausgegeben von M. Tlzausizzg. (Quellen- 
schriften, Band lll, S. 115 und 23x).  
2 Das Gemälde, das hier Condivi ervxtähnt, befindet sich gegenwärtig 
in der Tribuna der Galerie der Uffizien in Florenz. Die von Conrlivi an- 
gedeutete Zeitbestimmung scheint mir ziemlich richtig; es gehört einer 
früheren Epoche Michel Angelds an, der Zeit vor 1506. Alle Gründe, ent- 
nommen der Technik, der Zeichnung und Composition, sprechen dafür.  
Die Familie Doni in Florenz war bekannt durch ihre lebhaften Beziehungen 
zu den hervorragcndsten Künstlern ihrer Zeit. Die Portrate des Angele Doni 
und der Maddalena Doni, geb. Strozzi, gemalt von Rafael (s. Pnssavant. IL, 
pag. 52), befinden sich in der Galerie Pitti in Florenz. Vasari spricht gleichs 
falls von diesem Bilde; gibt, wohl weniger genau, die Summß von hundert- 
zwanzig Ducaten als Preis an. 
        

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