Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Leben des Michelangelo Buonarroti
Person:
Condivi, Ascanio Eitelberger von Edelberg, Rudolf Valdek, Rudolph
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1410455
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1411045
LEBEN DES MICHEL ANGELO BUONARROTI. 
Heiligen gewidmeten Kirche, woran zwei Figuren aus Marmor 
fehlten, nämlich ein heiliger Petronius und ein knieender Exigel 
mit einem Leuchter in der Hand; er frug nun den Michel Angeln, 
ob er es sich getraute, sie zu machen, und da er mit Ja ant- 
wortete, bewirkte er, dass sie ihm zu machen gegeben wurden, 
für welche er ihm 30 Ducaten auszahlen liess, für den heiligen 
Petronius 18, für den Engel 12. Es waren die Figuren drei Palmen 
hoch und können noch an demselbigen Orte gesehen werden. 
Darauf aber, da Michel Angelo gegen einen Bologneser Bild- 
hauer Misstrauen gefasst hatte, welcher sich beklagte, dass er 
ihm obgesagte Statuen entzogen habe, die zuerst ihm waren 
versprochen gewesen, und der ihm drohte, ihm einen Verdruss 
anzuthun, so kehrte er zurück nach Florenz, hauptsächlich da 
dort die Dinge beruhigt Waren und er in seinem Hause ruhig 
leben konnte. Er hatte bei Gianfrancesco Alclovrandi nicht 
viel über ein Jahr zugebracht. 
XVIII. Wieder in der Heimat, ging Michel Angelo daran, 
aus Marmor einen LiebesgotH zu machen im Alter von sechs bis 
sieben Jahren, liegend, in der Weise eines Menschen, der schläft; 
als nun diesen Lorenzo, Sohn des Pier Francesco von Medici, 
erblickte (für den Michel Angele damals einen kleinen heiligen 
rücksichtlich des Antheiles Michel Angelo's an den Figuren des Petronius und 
des Engels; Es ist wohl kein Zweifel, dass die Figur des heil. Petronius 
nicht von Michel Angelo, sondern von Niccolo di Bari, genannt Niccolo dall" 
Arca, herrührt; ebenso unzweifelhaft aber ist es, dass der Engel von Michel 
Angele gearbeitet ist, und zwar links vom Beschauer ungenügend; abgebildet bei 
Cicognara „Storia della scultura", Prato i822, Taf. Lll, besser bei Lübke 
"Geschichte der Plastik", Leipzig 187i, S. 722 und Perkins ("Les sculpteurs 
italiens", trad. de Vanglais par Ch. Haussoullier, Paris 1859, I. Bd., S. 367). 
iDer von Condivi und Vasari erwähnte Cupido oder Dio d'Amore 
kam aus dem Besitze des Cardinals Riario (di San Giorgio) in den des 
Herzogs von Valentinois (Duca di Valentino), von Hause aus Cesare Borgia, 
Sohn des Rodrigo Borgia (Papst Alexander  und seit 14.93 Erzbischof 
von Valencia. Dieser schenkte ihn, wie wir aus einem Briefe der Herzogin 
Isabella wissen, dem Herzog von Urbino, und er kam dann in den Besitz 
der Isabella Marchesana von Mantua, der Frau des Francesco Gonzaga, die 
ihn sehr hoch hielt  "per cosa moderna non ha pari", schreibt sie an 
Francesco Gonzaga. In Mantua befand er sich noch 1573; nach dem Berichte 
von Mariette (1. c. pag. 179) sah ihn dort in diesem Jahre de Thou. Seit- 
dem ist diese Statue verschollen.
        

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