Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Leben des Michelangelo Buonarroti
Person:
Condivi, Ascanio Eitelberger von Edelberg, Rudolf Valdek, Rudolph
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1410455
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1411036
LEBEN DES MICHEI. 
ANGELO BUONARROTI. 
der damals einer der Sechszehner war, und nachdem er den Fall 
gehört, liess er ihn frei machenyhauptsächlich Weil er ein Bild- 
hauer sei, Und als er ihn in sein Haus lud, dankte ihm Michel 
Angelo, aber entschuldigte sich, Weil er zwei Begleiter habe, die 
er weder verlassen wolle, noch ihm mit ihrer Gesellschaft be- 
schwerlich fallen. Worauf der Edelmann: „Auch ich möchte," 
antwortete er, „mit dir durch die Welt spazieren, wenn du mich 
freihieltest." Durch diese und andere Reden überzeugt, ent- 
schuldigte sich Michel Angelo bei den Begleitern, entliess sie, 
indem er ihnen das wenige Geld gab, das sich vorfand, und 
ging bei dem Edelmanne zu wohnen.  
XVl. Inzwischen kam die Familie der Medici, aus Florenz 
mit allen ihren Anhängern verjagt,' nach Bologna und wurde 
im Hause der Rossi untergebracht: so bewahrheitete sich die 
Vision des Cardiere, mag sie nun ein teuflisches Blendwerk, oder 
eine göttliche Vorhersagung, oder eine starke Einbildung gewesen 
sein; eine wahrhaft wunderbare Sache und werth aufgeschrieben 
zu werden; welche ich, wie ich sie von dem Michel Angelo 
selbst gehört, sie auch so erzählt habe. Es verliefen von dem 
Tode des erlauchten Lorenzo bis zur Verbannung der Söhne an 
die drei Jahre, so dass Michel Angelo zwischen 20 und 21 Jahre 
haben mochte; welcher, um den ersten Aufständen des Volkes 
auszuweichen, bis dass die Stadt Florenz irgend eine Gestaltung 
würde eingenommen haben, sich bei besagtem Edelmanne in 
Bologna aufhielt, der ihn, von seinem Talente ergötzt, höchlich 
ehrte; und alle Abend liess er sich von ihm etwas vorlesen aus 
dem Dante oder dem Petrarca, und manchmal aus dem Boccac- 
cio, bis er eingeschlafen war. 
XVII. Eines Tages, als er ihn durch Bologna führte, ging 
er mit ihm, die Arca des S. Domenicoz zu sehen in der diesem 
l Die Vertreibung der Mediceer erfolgte 1494 durch den mit Lodovico 
Sforza verbündeten Carl VIIL, König von Frankreich. Am 17. November 1494 
hielt Carl VIII. seinen Einzug in Florenz und wohnte im Palaste der Mediceer 
(l-"alzxzzo Riccardi). Die Leitung der Stadt Florenz übernahm auf Lebenszeit 
Gonfaloniere Pietro Sodcrini.  
2 Die Area di San Domenico in der Dominicus-Kirche in Bologna, be- 
kanntermassen eines der hervorragendsten Kunstwerke des Mittelalters, ist 
vielfach Gegenstand eingehender Ilntersuchtlngen geworden, insbcsonders
        

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