Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Leben des Michelangelo Buonarroti
Person:
Condivi, Ascanio Eitelberger von Edelberg, Rudolf Valdek, Rudolph
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1410455
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1410998
LEBEN 
DES MICHEL ANGELO BUONARROTI. 
dasselbe wiedersehe, erkenne er, wie sehr er gegen die Natur 
gefehlt habe, dass er nicht sofort die Kunst der Sculpttu" er- 
griffen habe, indem er aus jenem Werke schliesse, was er 
darin hätte leisten können. Auch sagte er dies nicht, um sich 
zu rühmen, dieser höchst bescheidene Mann. sondern weil es 
ihm wirklich leid that, so unglücklich gewesen zuisein, dass er 
durch fremde Schuld manchmal zehn und zwölf Jahre gewesen 
ist, ohne etwas zu machen, wie man weiter unten sehen wird. 
Dieses sein Werk sieht man noch in Florenz in seinem Hause, 
und die Figuren sind von der Grösse von ungefähr zwei 
Palmen. Kaum hatte er dies Werk beendigt, als der erlauchte 
Lorenzol aus diesem Leben schied. Michel Angelo kehrte zurück 
in das Haus seines Vaters, und es ergritf ihn ein solcher Schmerz 
über seinen Tod, dass er durch viele Tage nichts machen konnte. 
Nachdem er dann wieder zu sich gekommen war, kaufte er ein 
grosses Stück Marmor, das viele Jahre in Wind und Wasser 
gelegen hatte und arbeitete einen Herkules"! daraus, vier Ellen 
hoch, der dann nach Frankreich geschickt wurde. 
XI. Während er diese Statue machte und in Florenz viel 
Schnee gefallen war, wollte Piero de" Medicifi der älteste Sohn des 
Lorenzo, der in der Stellung seines Vaters geblieben war, aber 
nicht in demselben Ansehen, jung wie er War, in der Mitte seines 
Hofes eine Statue von Schnee machen lassen, erinnerte sich des 
Michel Angelo, liess ihn aufsuchen und hiess ihn die Statue 
machen; und wollte, dass er im Hause bliebe, wie zur Zeit des 
Vaters, so dass er ihm dasselbe Zimmer gab und ihn immer zur 
Tafel behielt wie früher, bei welcher derselbe Brauch herrschte, 
wie Während des Vaters Lebzeiten; üälTlllCll, wer beim Beginn 
1 Lorenzo il Magnißco starb am 8. April 14.92; vermählt mit Clarice 
Orsini (gest. 1488), hinterliess er drei Söhne: Picro, vermählt mit Alfonsina 
Orsini, Gioyanni (Leo  Giuliano. (S. die Stammtafel.) 
2 Diese Statue des Michel Angele ist schon zu Mariettds Zeiten voll- 
ständig verschollen. G. Battista della Palla, Bevollmächtigter des Königs 
Franz 1., hat diese Figur von Agostino Dini, dem Minister des Filippo Strozzi, 
gekauft und nach Frankreich geschickt. 
3 Piero Medici, der ältere Sohn des Lorenzo und seiner Frau, einer 
Clarice Orsini (gest. 1488), geb. 14.71, gest. 1503, vermählt mit Alfonsina 
Orsini (gest. 1520). 
Quellenschrilien f. Kunslgcsch. VI. 2
        

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