Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Leben des Michelangelo Buonarroti
Person:
Condivi, Ascanio Eitelberger von Edelberg, Rudolf Valdek, Rudolph
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1410455
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1412028
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LEICHEN REDE 
DES 
VARCHT. 
über die einzelnen Schöpfungen des Künstlers eingehender ge- 
schrieben haben). 
Ueber die Werke der dritten Kunst, Michel Angelds 
Bauten, geht Varchi absichtlich Hüchtig hinweg, er sagt, die 
Zeit erlaube es ihm nicht, ebenso ausführlich zu sein, wie in 
den vorhergehenden Theilen, er nennt ihn den Erlinder einer 
neuen Lieblichkeit in der Architektur, über deren Verdienste 
Vitruv, wenn er neu zum Leben erstünde, neuerdings Bücher 
schreiben würde. Kurz erwähnt werden die Fabbrica von St. Peter 
und die Arbeiten an der Sacristei und die Stiege in Florenz, 
sowie das Modell der Fzicade von S. Lorenzo. Im Folgenden 
macht sich der Redner mit einem ziemlich schwulstigen Ueber- 
gange, zu dem er die alten Philosophen zu Hilfe nimmt, an 
die Schilderung des Charakters und hervorstechender Züge aus 
Michel Angelds Lebensgeschichte. Hiebei wird die Gewaltthätig- 
kcit des Torrigiano erzählt, die Cabalen des Bramante, die 
Belagerung von Florenz sammt dem Antheil, den der Künstler 
daran hatte, die Nachstellungen seiner Feinde, die Verleumdungen 
aus Anlass seines Entweichens aus dieser Stadt. 
Der Verfasser entwickelt seine Gründe wider die fäilschliche 
Beschuldigung der Habsucht und bringt zahlreiche Beispiele, 
welche Michel Angelds Wohlthäitigkeitssinn beweisen. Er gab 
oft bis fünfzig Scudi im Tage den Armen, stattete achtund- 
zwanzig heirathsfähige arme Mädchen aus etc. Darauf folgt die 
Vertheidigung seiner Vorliebe für die Einsamkeit. 
Michel Angelo verspricht den Mönchen von Santa Croce 
in Florenz, ihr Gotteshaus auf's Prächtigste zu schmücken, wo- 
gegen sie ihm eine Grabstelle daselbst gestatten sollen, ein Plan, 
der später dann an der Böswilligkeit Anderer scheiterte. Der 
Meister setzte von nun an keinen Fuss mehr in jene Kirche. 
Sein Urtheil über die Thüren des Baptisteritims  desgleichen 
über den Marcus des Donatello in Or San Michele  des- 
gleichen über den KLIPPCÜDHLI des Brunnelleschi bei Gelegenheit 
der Errichtung der Kuppellaiterne in San Lorenzo. Sein Ausspruch 
bei Gelegenheit der Anfertigung eines Laokoon, dessen Urheber 
die Antike übertroffen zu haben behauptete. Beachtenswerth 
dürfte Varchi's Bemerkung sein: "Raphael von Urbino, welcher 
in der Malerei (wenn Buonarroti nicht gewesen wäre)
        

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