Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Leben des Michelangelo Buonarroti
Person:
Condivi, Ascanio Eitelberger von Edelberg, Rudolf Valdek, Rudolph
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1410455
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1411978
EICHENREDE 
DES 
VARCHI 
bloss in Italien, sondern in Europa, so schmeicheln und Wohl- 
thun sah, so fasste er Muth und machte von Tag zu Tag Fort- 
schritte, jeden Tag grössere. Vorzüglich auch, Weil der Vater, 
dem der Magnifico gleichfalls Wohlthaten erwiesen hatte, als 
er sah, dass sein Sohn so Wohl angesehen und behandelt sei, ihn 
nicht mehr, wie er vorher, um ihn herabzusetzen, gethan hatte, 
Steinmetz rief, sondern Bildhauer. Die ersten Figuren, welche 
dieser Angioletto, der vom Himmel zur Erde geschickt worden 
irvar, aus Marmor gearbeitet hatte, waren der Kampf der Centaurcn, 
wie sie nicht minder vom Weine erhitzt, als glühend von Liebe 
im besten Verlaufe des Gastrnahles die weinende und nutzlos um 
Hilfe schreiende Dejanira raubtenß Diese Materie wurde ihm 
von M. Angelo da Monte Pulciano, einem in der griechischen, 
wie "lateinischen und toskanischen Literatur sehr kundigen Manne, 
gegeben und erklärt, und Michel Angelo, ein Knabe noch, führte 
sie im Halbrelief, ringsum drei Palmen hoch, aus, so fein, dass 
er, der niemals die Mühen Anderer tadelte, noch die eigenen 
lobte, sich später öfters zu beklagen hatte und gestehen musste, 
dass er in mehrfacher Weise seinem Genius dadurch Unrecht 
zugefügt habe, weil er (freilich durch fremde Schuld, nicht 
durch seinen Fehl) nicht beständig mit dem Meisseln fortgefahren 
habe, was er zufolge seiner natürlichen Güte sagte und aus 
Bescheidenheit und vielleicht mit einer Anspielung auf den Namen, 
womit ihn sein Vater nannte, so ausdrückte und nicht (mit dem 
Worte) „Bildhauerei treiben". Diesen Raub kann man noch zu 
staunender Verwunderung in Florenz in seinem Hause der 
Strasse Mozza sehen." 
„Zur selben Zeit schuf er, um den herrlichen Palast des 
Strozzi zu verschönern, einen vier Ellen hohen Hercules, Welcher 
später dann, wie eine seltene und wundervolle Sache, nach 
Frankreich von Batista di Marco, Speziale della Palla, an den 
König gesendet wurde. Dieser plünderte (um jenes Reich aus- 
zustatten) in Florenz so viele schöne Malereien oder Sculpturen 
oder andere ähnliche Zierden, als er konnte. Doch war ein Cupido 
l Dcjanira ist ollenbar ein lrrthum für Hippodamia oder Deidamia. 
ist seltsam, dass dem gelehrten Autor ein solcher Lapsus selbst noch 
Abdrucke der Rede passiren konnte! 
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